Saatgut von Lokalsorten
2010 ist erstmals Bio-Saatgut von 10 Lokalsorten - der „Herrenkürbis", der „Ochsenhorn"-Paprika, die Gurke „Dekan", die „Berndorfer" Gartenmelde, die Rote Rübe „Bernstein", die Salatparadeiser „Naama", das Radieschen „Grazer Treib", die Stangenbohne „Posthörnchen" sowie die „Etsdorfer" Buschbohne solange der Vorrat reicht in allen Billa und Merkur-Filialen erhältlich.
Das Saatgut stammt von bäuerlichen ARCHE NOAH Mitgliedsbetrieben aus Österreich.
Dem Aufbau des Saatgutsortimentes gingen mehrere Jahre Vorarbeiten voraus, die über das LEADER Programm gefördert wurden. Ziel des Projektes ist es, Lokalsorten so stark zu verbreiten, dass sie nicht mehr gefährdet sind. Darüber hinaus soll für die bäuerlichen Erhaltungsbetriebe über die Möglichkeit des Saatgut-Verkaufs auch eine Wertschöpfung und Abgeltung für die Leistung der jahrelangen Sorten-Erhaltungszucht sichergestellt werden.
10 Lokalsorten
![]() | Gartenmelde Altes Spinatgemüse. Junge Blätter und Triebe wie Spinat zubereiten. Mehrere Schnitte im Jahr möglich. Stammt aus Berndorf in NÖ. Wurde als "Moidenspinat" oder "Kaiserspinat" bezeichnet. Sät sich im Garten selber aus. Von den Römern nach Mitteleuropa gebracht, scheint die Gartenmelde es in diesem Raum nur zu geringer Verbreitung gebracht zu haben. Ein Hauptanbaugebiet liegt dagegen in den Gärten Osteuropas. Die einjährige Pflanze stellt keine großen Ansprüche an die Kultur und sät sich bereitwillig aus. Als samentragende Pflanze erreicht sie eine Wuchshöhe von bis zu 2 Metern. Für die Spinatnutzung wird sie aber schon früher geerntet. Am günstigsten durch Rückschnitt der Triebe bei einer Wuchshöhe zwischen 30 – 60 cm. Nachwachsende Triebe können auch später noch beerntet werden. Welche Anbaubedeutung die Gartenmelde in Österreich hatte, lässt sich schwer sagen. Wir wissen nur, dass zumindest in 3 Gärten Reste dieser Kulturpflanze zu finden waren. Dabei handelte es sich um Funde der grünblättrigen Varietät und zwar ausschließlich im niederösterreichischen Raum. In den betreffenden Familien hatte die Gartenmelde eine gewisse Anbautradition. Direktsaat ab März bis Sep. Sät sich selbst aus. Einjährig. Standort: Sonnig und mäßig feucht. Ernte ab Mai. |
![]() | Rote Rübe Dunkelrote, runde, große, sehr glatte Rübe. Von einem älterem Bauern Nähe Bernstein, Burgenland erhalten. Aussaat ab April bis A. Juni. Standort sonnig und mäßig feucht. Ernte Juli - Oktober. |
![]() | Gurke Salat- und Einlegegurke. Bis 17cm lang. Hellgrüne Schale mit weißen Streifen, weißstachelig. Recht beständig gegen Mehltauerkrankungen. Vorkultur: ab April. Freilandkultur ab Mitte Mai (auch Direktsaat möglich). Achtung: wind- und kälteempfindliche Kultur. Standort: sonnig und mäßig feucht. Ernte ab Juni. |
![]() | Buschbohne Grüne, fadenlose Hülsen (19cm), dickfleischig, erst spät bastig werdend. Bohnen 15mm lang, elliptisch, ein- bis beidseitig gekappt, glänzend schwarz. Kann mehrmals beerntet werden. Sehr gutes Fisolenaroma. Stammt ursprünglich aus Etsdorf bei Krems (NÖ). Mindestens seit den 1960er Jahren im Umlauf. Direktsaat ab Anfang Mai., Ernte ab Juli |
![]() | Radieschen Großknollige Radieschensorte mit (hell)rosa Schalenfarbe. Direktsaat von Anfang März bis Anfang Mai und von Ende Aug bis Mitte September. Ernte nach 30-50 Tagen. |
![]() | Winterkürbis Grauschalig (grau-grün). Konische, stumpf zulaufende Form. Ca. 30cm Durchmesser. Rankend. Fleisch gelborange. Schale hart. Roh fest, fruchtig, fein aromatisch. Gedünstet mehlig, nussiger Geschmack, sehr aromatisch. Gut für Kürbisgulasch. Ursprung: Burgenland. Beim Herrenkürbis scheint es sich um keine einheitliche Sorte gehandelt zu haben. Die Bezeichnung umfasst vielmehr ein breiteres Spektrum an Typen, die in Ungarn und am Balkan als Back- und Bratkürbis geschätzt werden (z.B. „Blauer Ungarischer“/“Bleu d’Hongrie“). Der Name „Herrenkürbis“ soll sich von den speziellen kulinarischen Qualitäten dieser Kürbisse herleiten, die sie für die „feinere“ Küche bestimmten. Wie beim Spargelkürbis, so ist auch vom Herrenkürbis derzeit kein langjährig vermehrter Fund aus Österreich bekannt. Vorkultur ab Ende April, Pflanzung Mitte - Ende Mai. Ernte im Oktober. |
![]() | Salat Mittelgrüner Krachsalat mit grob blasigem Blatt. Kopfbildend, Festigkeit mittel. Am Blattrand mit rötlichem Anflug. Pflanzendurchmesser mittel bis groß. Ursprünglich aus Voitsberg, Steiermark. Früher auf der "Huabn auf da Alm" auf 900 m angebaut. Als Feingemüse ist der Salat ein essentieller Bestandteil im Gemüsebau – bis heute. Im Bauerngarten hatte er seinen festen Platz in Hausnähe, wo er sorgsam gepflegt und täglich frisch geerntet werden konnte. Die gängigsten Sorten waren grüne Butterkopfsalate, auch als „Häup(t)elsalat“ bezeichnet. Vom zeitigen Frühjahr bis in den Spätsommer kamen im gestaffelten Anbau jeweils der Saison und den Kulturbedingungen angepasste Sorten zum Einsatz. Vorkultur Anfang Februar bis Ende März und Mitte Juli bis Ende August. Pflanzung 4 Wochen nach der Aussaat. Ernte nach 40 Tagen, Mitte Mai oder im September / Oktober. |
![]() | Salattomate Kleine, zylindrisch-ovale Salattomate. Rot, ca. 4-5cm, schmaler Stielansatz. Schale und Fleisch fest. Süße, aromatische Früchte. Eignet sich auch für Saucen. Guter Ertrag. Unbegrenzt wachsend. Ursprung: Craiova, Rumänien. Der Name wurde im Zuge des Saatgutprojektes vergeben ("Naama" hieß die Frau Noahs) - da der vorige Name "Vitamina" bereits an eine zugelassene Sorten vergeben war. Vorkultur: März-Mi.April. Pflanzung Mi. Mai." Ernte ab Juli. |
![]() | Gemüsepaprika Langer, kegeliger Gemüsepaprika, etwas hornförmig gebogen (Capia Typ), 15x5 cm. Von grün auf rot umfärbend, glänzend. Mild. Eher dünnwandig. Ursprung: Wird seit 1975 in der Steiermark vermehrt. Als "Capia"Typen werden Sorten mit länglichen, spitzkegeligen Früchten bezeichnet. Unreif: dunkelgrün. Reif: dunkelrot. Ursprünglich für die Einlegegemüseproduktion („rote Paprikastreifen“) eingeführt. Heute auch am Frischmarkt erhältlich. Vorkultur ab März (!warm, mind. 25°C). Freiland ab Mitte Mai (bei kühlen Nächten Vliesabdeckung empfohlen). Ernte ab Juli. |
![]() | Stangenbohne Die Hülsen sind gekrümmt, hellgelb, fadenlos. Schwarze, beige gesprenkelte, elliptisch-ovale Samen. Hochwüchsig. Für eine Kipflerbohne relativ früh reifend (je nach Lage ab August). Stammt ursprünglich von Samen Streit. Synonyme: Wachs Posthörnchen, Sechserkipfler. Unter den Fisolen sind die Kipflerbohnen eine Spezialität des südsteirischen Raums. Ihre charakteristische sichelförmige Form fällt wahrlich „aus der Norm“. In Norditalien sind sie auch als „Annellino“ bekannt. Kipflerbohnen sind vielgestaltig: gelb- oder grünhülsig, mit oder ohne Flammung, gesprenkeltes Korn oder einfärbig schwarz – und das in verschiedensten Kombinationen. Sie sind hervorragende Fisolen und lassen sich auch noch im späten Stadium verwerten, ohne fädig oder bastig zu werden. Direktsaat ab Mitte Mai. Standort sonnig und mäßig feucht. Ernte ab Aug. |
Das Saatgut wird in Österreich produziert, von Biobetrieben, die ARCHE NOAH Mitglieder sind und sich großteils schon seit langem für die Erhaltung alter Sorten einsetzen.
ARCHE NOAH kauft das Saatgut den Bauern nach der Ernte entsprechend der vereinbarten Mengen ab. Das Saatgut wird dann von der Firma Meier Samen gekauft, abgepackt und ausgeliefert. Die Bauern tragen also kein Verkaufsrisiko mit.
ARCHE NOAH ist am Erlös des Saatgut-Verkaufs über Ja!Natürlich nicht umsatzbeteiligt. Ja!Natürlich übernimmt jedoch die Unkosten, die dem Verein ARCHE NOAH für die Betreuung der bäuerlichen Betriebe, die Projektbegleitung und Qualitätssicherung des Saatgutes entstehen. Ja!Natürlich hat das Projekt in der Entwicklungsphase darüberhinaus finanziell unterstützt.
Bitte beachten: Nur jene Sorten aus der Ja!Natürlich Bio-Saatgut Linie, die mit dem ARCHE NOAH Logo gekennzeichnet sind, sind Lokalsorten.
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