Tipps zum Sortiment

Tipps zur Sortimentswahl

Aus der Fülle an Seltenem und alten Hausgartensorten... welche wählen? welche passen am besten in meinen Garten? Hier ein paar Tipps...

Video Paradeiservielfalt bei ARCHE NOAH und Bellaflora

 
Tomatenraritäten

Bei ARCHE NOAH & Bellaflora

 

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Chiliraritäten

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Blattgemüseraritäten von ARCHE NOAH und Bellaflora

 
Blattgemüse-Raritäten

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Chili und Paprika

Paprika und Chili-Raritäten

Tipps von unserem Experten Gerald Zhang-Schmidt! weiterlesen

 
 

Gerald Zhang-Schmidt gibt Tipps zum ARCHE NOAH Sortiment

Immer wieder gerne entscheidet man nach bestimmten Worten aus den Beschreibungen; immer wieder spielen die Chili und Paprika einen Streich und verhalten sich dann doch ein wenig anders. Ein paar Empfehlungen lassen sich aber doch immer abgeben; ich habe versucht, mich dabei an den Fragen zu orientieren, denen ich auch im Pflanzenverkauf oft begegne.

 

Gute Sorten für das Freiland bzw. für nicht so gute (warme) Verhältnisse:

Versuchen Sie es mit Roter Augsburger, Cubanelle, Ferenc Tender oder Sommergold bzw., wenn es scharf sein soll, Serrano (ja, als spätreifend beschrieben, aber kommt oft mit kühleren Sommern zurecht und wird grün verwendet) oder Sibirischer Hauspaprika.
Immer ein guter Tipp: Paprika und Chili setzt man idealerweise nicht ins Freiland, sondern in einem schwarzen Topf an eine windgeschützte Hauswand oder in ein Glashaus/Folientunnel. Damit bekommen sie mehr Wärme und die Wachstums-/Reifezeit lässt sich (indem man sie ins Haus holt) verlängern.

 
 

Schärfste Chilis:

Hier zieht es alle immer zu Habaneros, was nicht ganz stimmt. Unter der Art Capsicum chinense (zu der die Habaneros gehören) finden sich durchaus die schärfsten Chilis (Bih Jolokia, Orange Habanero, Madame Jeanette, Trinidad Moruga Scorpion), aber nicht nur (siehe Suave Orange Habanero). Ausserdem ist der Geschmack einer, den man entweder mag oder nicht; er ist sehr interessant tropisch-fruchtig, aber damit für viele Gerichte nicht geeignet.
Zum scharfen Kochen, v.a. asiatischer Art, gehört ein Chili wie das Chili aus Vietnam (ersetzbar durch Feuerwerk oder Kusburnu oder, wenn man weniger Platz hat, Zwergenmütze). Auch Cayenne lässt sich hier nutzen und ist zudem eine meiner Empfehlungen für Chilipulver – Cayennepfeffer ist genau das, selbst gemachtes Pulver ist aber meist so viel intensiver und schöner im Geschmack...

 
 

Würzige, aber nicht so scharfe, Pfefferoni:

Eines meiner Lieblingsthemen, weil es bei Chilischärfe nicht nur auf die Sorte (und oft haben wir Landsorten, die noch eine höhere Bandbreite an Eigenschaften zeigen können als etablierte Sorten) ankommt, sondern auch auf die Bedingungen, unter denen sie gewachsen/gereift sind. Man kann also, in beide Richtungen, seine Überraschung erleben.
Versuchen würde ich es hier mit Elefant Hocmany, Ljuta, Sigaretta, Za Nizati.
Herzförmiger Rauter, Jalapeño, Mittelscharfer Ungarischer Kirsch oder Leutschauer Schotenpfeffer sind auch meist wenig bis etwas scharf, aber haben verschiedene andere Formen. (Ob mit Pfefferoni einfach würzige, nicht zu scharfe, Chili oder aber auch der Form nach den im Handel üblichen Pfefferoni ähnliche Früchte gemeint sind, das ist oft nicht ganz klar.)

 
 

Besonders grosse bzw. saftige Paprika:

Vorsicht mit diesem Thema. Wir sind alle etwas verwöhnt von den Glashauspaprika aus dem Supermarkt, so dass es mit grossfrüchtigen Paprika oft Enttäuschung gibt. „Warum nur tragen die bei mir so wenig?,“ heisst es dann. Schon 2-3 grosse Früchte sind aber genausoviel an Masse wie Dutzende kleiner scharfer Chilis... Zu viel sollte man sich hier also nicht erwarten, zumal diese „Blockpaprika“ die am weitesten gezüchteten und am wenigsten einfach anzubauenden ‚Chilis‘ sind. (Warum Chilis? Man hat sie auf Grösse und fehlende Schärfe hin selektiert.)
Empfehlen würde ich hier Ferenc Tender, Sommergold oder Wiener Wachs (weil sie gute Chancen haben, auch mit schlechteren Bedingungen besser zurecht zu kommen). Ein guter Tipp ist auch, schon alleine wegen der schönen und ungewöhnlicheren Färbung, Sweet Chocolate. Für dickes Fruchtfleisch und damit schöne Saftigkeit sollte man aber vor allem auch an die paradeisfrüchtigen Paprika denken!

 
 

„Grüne“ Paprika

So allmählich wird diese Frage zum Glück weniger; der absolut grösste Teil aller Chilis und Paprika ist unreif grün und reift dann rot (oder gelb oder schokoladebraun). Grün verwendet werden eigentlich nur wenige Chilis, wie etwa Serrano in der mexikanischen Küche und Pfefferoni- oder Thai-Chilli-artige Formen in asiatischen Küchen. Den in unseren Breiten „klassischen“ grünen Paprika entspricht z.B. Neusiedler Ideal.

Andere Paprika sind auch ähnlich, aber verwechseln Sie (von wegen „unreif grün“) nicht die unreif wachsfarben-hellgrünen Formen mit (dunkel)grünem Paprika.

Zwei Tipps zum Schluss:

Erstens, sich näher zu beschäftigen ist hier, wie so oft, eine gute Idee. Wir klassifizieren zu oft alles einfach nur als Chili bzw. als Paprika, entscheiden dann, dass wir es mögen oder nicht – und wir sorgen damit dafür, das wir alles, was wir in der Vielfalt noch entdecken könnten, übersehen.

Zweitens, Geschmäcker und Gärten sind verschieden, und Experimentieren geht darum immer noch über Studieren. Bei Rocoto (Locoto, Capsicum pubescens) etwa heisst es in der Beschreibung, „Früchte ab dem zweiten Jahr“, es hat bei mir aber immer schon Früchte im ersten Jahr getragen. Dafür hatte ich mit der Überwinterung Probleme...

 
 

Tipps zur Verfügung gestellt von Gerald Zang-Schmidt

ARCHE NOAH Mitglied & Chili-Experte

Mehr Informationen unter www.chilicult.com