Aktion gegen Bierpatente

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Ein Prost auf die Vielfalt!

Die ungehemmte Patentgier mancher Konzerne verlangt erneut nach unserem gemeinsamen Einsatz! Der jüngste Streich: Die Braugiganten Carlsberg und Heineken haben sich Braugerste sowie sämtliche Produkte daraus patentieren lassen. Doch Pflanzen und die Natur müssen Allgemeingut bleiben! Derartige Patente sind bereits heiß umstritten - dennoch fischen jene, die es sich leisten können, unbeirrt weiter im Meer der Vielfalt.
Gemeinsam wehren wir uns gegen diese Patente und hoffen dabei auf Ihre Unterstützung! Werden wir aktiv bevor es zu spät ist!

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Patent auf Bier?! – Nicht mit mir!

Bringen wir gemeinsam Carlsberg und Heineken jetzt dazu, freiwillig auf ihre Patente zu verzichten! Setzen Sie beim Bierkauf daher ein klares Zeichen! Entscheiden Sie sich bewusst für die Vielfalt im Glas!

 
Biere (c) Johannes Hloch

Medienberichte

Das mediale Interesse an der aktuellen Patentsituation ist groß und zeigt die Relevanz und Reichweite des Themas. Hier geht es zu den Medienberichten. 

 
Biervielfalt (c) Johannes Hloch
 

FAQs zu den Bierpatenten

Hier finden sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu den Bierpatenten. Alle Infos

 
Gerste

Hintergrund – Konzerne wollen Kontrolle vom Korn bis zum Krügerl

Heineken und Carlsberg haben letztes Jahr drei Patente auf Gerste bekommen, die sich besonders gut für das Bierbrauen eignen soll. Zusätzlich sichern sie sich damit das Recht auf deren Ernte, den Prozess des Bierbrauens, Produkte wie Malz und Würze sowie jegliche daraus produzierten Getränke – inklusive das Bier! Das ist ein dreister Versuch, die gesamte Wertschöpfungskette zu kontrollieren – und das zu einem Zeitpunkt, zu dem Patente auf Leben bereits heiß umstritten waren. Mit 820.000 Unterschriften der Petition „Keine Patente auf Pflanzen und Tiere!“ sowie einem Sammeleinspruch gegen ein Tomatenpatent setzte 2016 die europäische Zivilgesellschaft diesbezüglich ein klares Zeichen: Patente wie diese müssen gestoppt werden, denn Pflanzen und Tiere sind keine Erfindung!

Bereits im Jänner 2017 haben zahlreiche NGOs im Bündnis „ No Patents on Seeds“! - aus Österreich die Arche Noah, aus der Schweiz Pro-Species rara, aus Deutschland Slow Food u.v.m. Einspruch gegen die Patente EP2384110 und EP2373154 von Carlsberg und Heineken erhoben.  Der Einspruch gegen das dritte Bier-Patent EP2575433 folgte am 7. Juni 2017. In diesem Patent beanspruchen die Konzerne die Verwendung der Pflanzen für die weitere Züchtung.

Nun heißt es Durchhalten für die ARCHE NOAH sowie unterstützende Organisationen, denn derartige Einspruchsverfahren dauern in der Tendenz 2-3 Jahren. Der Ausgang dieses Einspruchsverfahrens wird großen Einfluss auf die künftige Agrar- und Lebensmittelproduktion in Europa haben. Zur Presseaussendung von NPOS 

Währenddessen fischen jene, die es sich leisten können, weiterhin mit ihren Netzen im Meer der Vielfalt, um sich einen satten Fang zu sichern. Im Streben nach immer mehr Profit werden die Patent-Netze immer enger geknüpft. Wenn nichts unternommen wird, hat die Vielfalt bald keine Chance mehr zu entkommen! Deshalb gilt es, jetzt zu handeln und für strengere Patentbeschränkungen in Österreich einzutreten und an der intransparenten und undemokratischen Struktur der unabhängig agierenden Europäischen Patentorganisation (EPOrg) zu rütteln!

 

 
 
Vielfalt statt Patente

Thema Bierpatente bei den Wildshuter Feldgesprächen

 
 
(c) Arche Noah/Schiltern

Patenteinspruch in München

Als Teil des Bündnisses „No Patents On Seeds!“ reichte ARCHE NOAH am 7. Juni 2017 Einspruch gegen die Erteilung des dritten Bier-Patentes an Carlsberg und Heineken beim Europäischen Patentamt (EPA) in der bayrischen Hauptstadt ein. Zur Übergabe fuhren die Vertreter*innen mit Kutsche und sechs Brauereipferden vor dem EPA vor. Mit im Gepäck ein Fass Öko-Bier, zu dem sich auch der Pressesprecher des EPA einladen ließ. Dann ging man mit einer kleinen Delegation in das Gebäude, um den Einspruch zu überreichen.
Bereits im Jänner hatte das Bündnis Einspruch gegen zwei Patente eingereicht, die den Braukonzernen die Rechte auf spezielle Eigenschaften bei Braugerste sichern. Das dritte Bier-Patent bezieht sich nun auf eine Kreuzung der bereits patentierten Züchtungen und zeigt eine weitere Problematik auf: wird einem Konzern einmal ein Patent erteilt, hat er automatisch das Recht auf alles, was in weiterer Folge damit geschieht.
Das dritte Bier-Patent gilt somit als Musterbeispiel, das veranschaulicht, wie schnell und weit sich die Privatisierung genetischer Ressourcen durch Konzerne ausbreitet, wenn Patente einmal vergeben sind. Das EPA wurde bereits von vielen Seiten für seine Rechtspraxis kritisiert und aufgefordert, die Patentverordnung so zu erneuern, dass seine Praxis mit dem geltenden EU-Patentverbot auf Pflanzen und Tiere konformgeht. Allerdings nahm das Amt auch bei seinem neuen Vorschlag die dafür notwendigen Wortlautänderungen nicht vor. „No Patents On Seeds!“ befürchtet daher, dass das Patentamt der Privatisierung unserer Natur keinen Einhalt gebieten wird, sondern die Schlupflöcher für Konzerne weiter offenlässt. Lesen Sie mehr zur aktuellen Patent-Situation

 
 
Patenteinspruch (c) Heller / Argum

Fotogalerie

Patenteinspruch in München

Rund 40 Organisationen reichen Einspruch gegen das dritte Bier-Patent ein. Hier finden Sie Bilder von der Übergabe-Aktion Bilder ansehen