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ARCHE NOAH - Newsletter 3/2014 - www.arche-noah.at
Arche Noah - Alte Sorten erhalten - Neue Vielfalt entwickeln :: NEWSLETTER

Guten Tag ///GRAD/// ///FIRSTNAME/// ///LASTNAME///!

Wir haben es geschafft! Die EU-Saatgutverordnung ist vom Tisch. Dies wäre ohne SIE und die zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützer der Vielfalt nicht möglich gewesen! Dafür möchte die ARCHE NOAH im Namen der Vielfalt einen großen Dank aussprechen!


Ihr ARCHE NOAH Team

EU-SAATGUTVERORDNUNG:
EU-Saatgutverordnung ist vom Tisch!  » 
Unser Dank an die Helferinnen und Helfer der Vielfalt   » 
Ausblick: So geht es weiter mit dem EU-Saatgutrecht   » 
ARCHE NOAH SCHAUGARTEN:
Am 4. April ist es wieder soweit...   » 
ARCHE NOAH KOOPERATIONEN:
Bio-Jungpflanzenraritäten bei bellaflora  » 
Saatgut von Lokalsorten bei SPAR  » 
BÜCHER:
Das Große Biogarten-Buch erhält Auszeichnungen  » 
MEINE PFLANZENENTDECKUNG:
ARCHE NOAH Erhalterinnen & Erhalter im Portrait   » 
DIVERSES
Medien-Tipp & Termine von anderen  » 
 

EU-SAATGUTVERORDNUNG

EU-Saatgutverordnung ist vom Tisch!

Building Strassbourg Bild: European Parliament Audiovisual Services

Der 11.03.2014 war ein Erfolgstag für die Vielfalt: Die EU-Saatgutverordnung musste zurück an den Start. In einer überwältigenden Mehrheit stimmten die Abgeordneten im EU-Parlament gegen die von der EU-Kommission vorgeschlagene Saatgut-Verordnung, die alte und seltene Sorten von Obst, Gemüse und Getreide massiv gefährdet hätte. Hier können Sie die Aussendung nachlesen.

Ein Jubelschrei ging per Sms, E-Mail, zahlreichen Telefonaten und emotionalen Ansprachen durch das Netzwerk von ARCHE NOAH. Wir sind überwältigt, dass uns so viele Menschen bei unserer Vision unterstützt haben und wir gemeinsam diese politische Entscheidung beeinflussen konnten.

Bis zum letzten Moment war der Ausgang der Abstimmung offen geblieben. Es gab diverse Bestrebungen eine Zurückweisung zu verhindern und nach der EU-Wahl an der Verordnung weiterzuarbeiten, als wäre nichts gewesen. Doch der Apell der BürgerInnen hat gewirkt: Insgesamt protestierten über 500.000 Bürgerinnen in Österreich, allein in der Woche vor der Abstimmung haben rund 50.000 Menschen E-Mails an das Parlament geschrieben und eine Zurückweisung gefordert. Dieses Beispiel zeigt: Wir alle können EU-Gesetzgebung mitgestalten, wenn wir uns rechtzeitig einbringen!

Wir danken an dieser Stelle unserem Partner Global 2000 mit dem wir vor fast genau einem Jahr gemeinsam die Kampagne „Freiheit für die Vielfalt“ gestartet haben.

 

Unser Dank an die Helferinnen und Helfer der Vielfalt

spar fuer die vielfalt

Die Vielfalt hat keine Stimme? Von wegen. Namhafte Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Kunst und Gastronomie bildeten eine breite Front gegen die Illegalisierung der Sortenvielfalt.

Die Zurückweisung der EU-Saatgutverordnung wäre ohne die Unterstützerinnen und Unterstützer der Vielfalt nicht möglich gewesen! Dafür möchte die ARCHE NOAH im Namen der Vielfalt einen großen Dank aussprechen.

Handel als Speerspitze
Der Handel protestierte besonders tatkräftig gegen die Pläne der EU-Kommission. Heute freut sich SPAR-Chef Gerhard Drexel: „Unsere alten Sorten dürfen weiter bei SPAR verkauft werden. Der EU-Einheitsbrei ist vom Teller.“ SPAR und der Kronen Zeitung ist es zu verdanken, dass in der politisch entscheidenden Phase noch weitere 200.000 Unterschriften gesammelt wurden. Auch das Gartencenter bellaflora wurde aktiv: „Mit der Saatgutverordnung wird der Reichtum der Natur aufs Spiel gesetzt. Es ist Zeit, dagegen aufzustehen.“

Bäume, Filme und Sackerln
Eine Baumpflanzaktion an der Alten Donau in Wien machte auf die Bedrohung für Obstsorten aufmerksam. Ein nachhaltiges Zeichen setzten dort Ulli Sima (Umweltstadträtin), Frank Hensel (REWE Group), Spitzenkoch Heinz Reitbauer, Dompfarrer Toni Faber, Ö3-Moderatorin Nora Frey, Schauspieler Martin Oberhauser und Kabarettist Werner Brix, der uns zudem ein Video zur Saatgut-Kampagne schenkte. „Paradeiser-Kaiser“ Erich Stekovich sowie der Kochcampus machte sich bei jeder Gelegenheit für die Vielfalt stark. Ute Woltron (Autorin) machte mit der Aktion „Blaue Blume der Hoffnung“ auf die Bedrohung von seltenen Blumen aufmerksam.

Auch die österreichischen PoltikerInnen kämpften für die Vielfalt. Vor allem der persönlichen Initiative der EU-Abgeordneten Elisabeth Kösinger (ÖVP) und Karin Kadenbach (SPÖ) ist es zu verdanken, dass die Ablehnung möglich wurde. Auch Ewald Stadler, EU-Mandatar der REKOS, unterstützte tatkräftig.

Danke Ihnen!

Und: Ohne die breite Unterstützung aus der Zivilgesellschaft wäre der Erfolg niemals möglich gewesen. Wir bedanken uns gemeinsam mit Global 2000 bei den über 500.000 Menschen, die unsere Petition unterzeichnet haben und bei den tausenden Menschen, die ihr Saatgut nach Brüssel schickten.

Besonderer Dank gilt an dieser Stelle dem Künstler Christian Ludwig Attersee: Er hat das Design für die Saatgutsäckchen entworfen.

 

Ausblick: So geht es weiter mit dem EU-Saatgutrecht


Wie geht es nun weiter, in Sachen EU-Saatgutrecht? Da Ende Mai die Wahl zum EU-Parlament bevorsteht und im November eine neue EU-Kommission ihr Amt antritt, ist es derzeit schwierig, Prognosen zu treffen. Entscheidend ist die Frage, wie sich die EU-Kommission verhält. Wahrscheinlich wird erst der neue Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz entscheiden, wie es mit dem EU-Saatgutrecht weitergehen soll. Der neue Kommissar könnte den jetzt abgeschmetterten Entwurf reparieren und nach dem Motto „neuer Wein in alten Schläuchen“ wieder vorlegen – oder aber die Kommission könnte einen gänzlich neuen Entwurf vorlegen – das könnte mehrere Jahre dauern.

Ist ein neuer Entwurf dann am Tisch, geht das Spiel von vorne los: EU-Parlament und Rat müssen sich positionieren und versuchen, eine Einigung zu finden. Die ARCHE NOAH wird in diesem Prozess alles daran setzen, die Perspektive der Saatgutvielfalt einzubringen. Eine grundlegende Überarbeitung des Saatgut- und Pflanzgutrechts in Europa wäre die beste Option für die Vielfalt – Industriepflanzen dürfen nicht der einzige gesetzlich anerkannte Standard sein.  

Unsere ausführliche Prognose zum Fortgang in Sachen EU-Saatgutrecht können Sie hier nachlesen.

 

ARCHE NOAH SCHAUGARTEN

Am 4. April ist es wieder soweit...


... Schaugarten & Pflanzenverkauf in Schiltern öffnen ihre Tore.

Wir freuen uns über Ihren Besuch im ARCHE NOAH Schaugarten & Shop! Unsere Öffnungszeiten 2014: 04. April bis 05. Oktober, Dienstag - Freitag 10.00 bis 16.00 Uhr, an Wochenenden & Feiertagen 10.00 bis 18.00 Uhr, Montag geschlossen! Welche Produkte Sie bei uns erhalten erfahren Sie hier.

Der ganz große Jungpflanzenverkauf findet  am 1. Mai im Rahmen des JungpflanzenMARKTES, und an den "Pflanz die Vielfalt-Tagen" vom 2. bis 4. Mai statt. Alle Informationen zu diesen Veranstaltungen finden Sie hier. 

 

ARCHE NOAH KOOPERATIONEN

Bio-Jungpflanzenraritäten bei bellaflora


Ab April bei gibt es bei bellaflora, in Kooperation mit ARCHE NOAH, eine bunte Palette an biologisch angebauten Paradeiser-, Paprika-, Chilispezialitäten sowie Saatkartoffel- und Gurkenraritäten aus österreichischer Produktion.

Das Ziel von ARCHE NOAH alte und in Vergessenheit geratene Obst- und Gemüsesorten wieder aufleben zu lassen, gelingt einerseits durch die Bereitstellung von Saat- und Pflanzgut, andererseits durch die erfolgreiche Vernetzung von Erhaltern, Produzenten und Konsumenten. Das Gartenunternehmen bellaflora unterstützt dieses Konzept und bieten in Kooperation ein eigenes Raritätensortiment an. Es umfasst eine bunte Palette an biologisch angebauten Gemüsejungpflanzen aus österreichischer Produktion. NEU dieses Jahr: "bellaflora biogarten ARCHE NOAH Bio Gurkenraritäten" ab Mai erhältlich.

www.bellaflora.at

 

ARCHE NOAH KOOPERATIONEN

Saatgut von Lokalsorten bei SPAR


Seit 2012 ist Bio-Saatgut von seltenen Lokalsorten bei SPAR-, EUROSPAR- und INTERSPAR erhältlich. Mit dieser Kooperation setzen wir ein Projekt fort, durch welches 22 ausgewählte Lokalsorten, wie der „Leutschauer Schotenpfeffer“, flächendeckend verbreitet und so vor dem Verschwinden bewahrt werden sollen. Die unter „SPAR wie früher“ angebotenen Bio-Saaten stammen ausschließlich von österreichischen ARCHE NOAH Partnerbetrieben.

Ziele des Projektes sind

  •     ausgewählte Lokalsorten durch flächige Verbreitung aus dem Gefährdungszustand zu holen
  •     mehr samenfeste, alte Sorten für Menschen mit Gärten breit verfügbar zu machen
  •     ein Netzwerk von Bio-Betrieben aufzubauen, die die Sorten pflegen, das Saatgut bereitstellen und einen fairen Preis dafür erhalten

Wir danken SPAR für ihren Einsatz im Rahmen der EU-Saatgutverordnung!

www.spar.at

 

BÜCHER

Das Große Biogarten-Buch erhält Auszeichnungen

ARCHE NOAH Das große Biogarten-Buch

Das Große Biogarten-Buch von Andrea Heistinger wurde im Rahmen des Deutschen Gartenbuchpreises 2014 prämiert. Ausgezeichnet wurde es mit dem 1. Platz des Leserpreises des Gartenmagazins "Mein schöner Garten". Darüber hinaus hat es den 1. Platz in der Kategorie "Bester Ratgeber" gewonnen.

Wir gratulieren der Autorin und danken an dieser Stelle auch den vielen Mitgliedern, deren Erfahrungswissen dieses Werk bereichern.

Das Buch ist hier erhältlich.

 

MEINE PFLANZENENTDECKUNG

ARCHE NOAH Erhalterinnen & Erhalter im Portrait


Hallo, ich bin Traude Banek und wir bewirtschaften 2.500 m2 Obst- und Gemüseland im Alten Land bei Buxtehude in Norddeutschland. 1999 hat mir meine "leider-nur-beinahe-Schwiegertochter" eine Jahresmitgliedschaft bei ARCHE NOAH geschenkt. Selten hat ein Geschenk so perfekt zu mir gepasst wie dieses. Ganz schnell war ich da mittendrin, habe zunächst Saatgut aus dem Sortenhandbuch gekauft, dann Patenschaften übernommen, dann auch temporäre Vermehrung, jedenfalls alle Sorten selbst vermehrt und vor allem auch Saatgut im Sortenhandbuch angeboten. Dadurch haben sich vielfältige Kontakte ergeben und mein Wissen und die Sortenvielfalt auf unserem Gemüseland sind dadurch ganz schnell gewachsen. Das Beste allerdings ist,  dass sich daraus auch echte Freundschaften entwickelt haben, die ich nicht mehr missen möchte.

Unser Land liegt 1 m üdm, Torfboden, sehr sauer und fast immer zu nass. Wir haben daher, wie überall im Alten Land, Entwässerungsgräben, die jedes Jahr neu ausgehoben werden müssen. Logo, dass viele Sorten damit nicht zurechtkommen. Ich muss daher viele Sorten testen, bevor ich eine finde, die sich hier wohlfühlt. Aber manchmal ist eine Sorte dabei, die sofort sagt ‚hier bleibe ich’. Und so habe ich für fast alle Gemüsearten bereits ‚meine’ Sorten gefunden, von denen ich normalerweise sicheren Ertrag erwarten kann.  Von manchen Sorten kann ich mich nur ganz schwer trennen, obwohl sie kaum Ertrag bringen. So ging es mir bei den Möhrchen ‚Stumpfe ohne Herz’.

Und so sind wir ganz schnell Selbstversorger geworden, und das zu fast 100 Prozent. Das Einzige, was wir zukaufen müssen sind Gemüsezwiebel.  Die schütteln sich einmal kräftig und sagen ‚nein, hier nicht’. Das habe ich definitiv aufgegeben. Und ansonsten gibt es jedes Jahr Gemüse, das gar nicht kommt, welches, das geradezu explodiert und ganz viele Arten, die einfach so mickern.  Im nächsten Jahr ist es meist umgekehrt. Und so kocht man halt jedes Jahr anders, aber zugekauft wird niemals!

Traude Bankek bietet zahlreiche Gemüsesorten als Saatgut über das ARCHE NOAH Sortenhandbuch an. Siehe hier. Das Sortenhandbuch kann für Nicht-Mitglieder hier bestellt werden.

 

KONTAKT & IMPRESSUM:

Verein ARCHE NOAH Gesellschaft für die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt & ihre Entwicklung A-3553 Schiltern, Obere Straße 40 T: +43(0)2734/8626 E: info@arche-noah.at W: www.arche-noah.at ZVR 907994719