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Liebe Freundinnen & Freunde der Vielfalt!

im Mai haben Sie einen offenen Brief der ARCHE NOAH an Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter unterzeichnet, mit dem wichtigen Appell, dass er eine Öffnung für die Saatgut-Vielfalt in der neuen EU-Bio-Verordnung unterstützt. Seitdem ist viel passiert...

 

Wesentliche Verbesserungen für die Vielfalt

Erstens haben wir es gemeinsam geschafft, dass die EU-Bio-Verordnung tatsächlich eine wichtige Öffnung für die Saatgut-Vielfalt enthält. DANKE! Diese Öffnung bedeutet mehr Vielfalt auf den Feldern und auf unseren Tellern. Damit werden alte und neue vielfältige Sorten von Obst, Gemüse und Getreide auch im Handel erhältlich! Die Öfffnung bringt aber auch große Vorteile für die biologische Landwirtschaft. Denn: Sie erlaubt, dass sich Pflanzen „im Dialog" mit ihrer Umwelt entwickeln, und so mit den lokalen Bedingungen sowie mit klimatischen Änderungen wachsen. Gerade im Bio-Sektor ist eine solche Vielfalt wichtig, denn hier wird vollständig auf synthetische Dünger und Spritzmittel verzichtet.

Zweitens freut es uns sehr, dass die zuständigen EU-Gremien Ende November FÜR die neue EU-Bio-Verordnung gestimmt haben. Traurig ist, dass die österreichische Regierung sich quer gelegt hat. Die scheidende Regierung sieht in der neuen Verordnung nämlich zu viel Arbeit... denn im Gegensatz zu heute müssen die Behörden künftig bei Verdacht auf Verletzung der Bio-Regeln ermitteln und deren Ursachen feststellen - beispielsweise bei Verdacht auf Verunreinigung durch Pestizide. Wir sagen: „gut so" - denn die Konsument*innen erwarten zu Recht, dass Bio-Produkte pestizidfrei sind.

 

Ein guter Kompromiss

Die neue EU-Bio-Verordnung stellt natürlich einen Kompromiss zwischen den Interessen der 28 EU-Staaten dar. Sie ist bei weitem nicht perfekt. Trotzdem bringt sie – abseits der Öffnung für die Saatgut-Vielfalt und der besseren Kontrollen – unterm Strich wesentliche Verbesserungen für den Bio-Sektor, für die Konsument*innen und die Umwelt. Drei Bespiele dafür:

1. Bio-Zertifizierung wird für kleine Betriebe leistbarer: Die neue Gruppenzertifizierung ermöglicht es, dass sich z.B. Streuobstbesitzer*innen oder Hobby-Gärtner*innen zusammenschließen können, um eine Bio-Zertifizierung für ihre Erzeugnisse zu bekommen. Somit wird Bio-Zertifizierung auch für sehr kleine Betriebe leistbar.

2. Mehr Bio-Produkte! Die neue Verordnung ermöglicht die Bio-Zertifizierung von neuen Produktgruppen. Somit können künftig z.B. auch Wolle, Bienenwachs oder ätherische Öle als „bio" zertifiziert werden. Dies bedeutet mehr Sicherheit für Konsument*innen.

3. Aus für den erdlosen Pflanzenanbau! In manchen EU-Staaten ist der erdlose Pflanzenbau, etwa auf Substrat, möglich – ein klarer Widerspruch zu den Grundprinzipien der biologischen Landwirtschaft. Die neue Verordnung wird diese Praxis (mit einer Auslaufphase) verbieten und somit die Umweltbelastung drastisch senken.

 

Finale Abstimmung im Frühjahr 2018

Gemeinsam sind wir stärker!

Die Verordnung muss nun nur noch im EU-Agrarrat und im Plenum des Europäischen Parlament – voraussichtlich im April 2018 nach Abschluss der Übersetzungen – abgesegnet werden.

Wir finden es unverständlich und schade, dass ausgerechnet die österreichische Regierung die neue Verordnung abgelehnt hat – wo doch Österreich Heimat zahlreicher Bio-Betriebe und großer biologischer Vielfalt ist. Wie die neue Regierung zu den geplanten Verbesserungen steht, bleibt abzuwarten. ARCHE NOAH erwartet jedenfalls viele positive Impulse von den neuen Bio-Regeln!

 

Bis zu den finalen Abstimmungen in Brüssel können wir gemeinsam weiterhin klare Zeichen dafür setzen, dass wir von der Politik konstruktives Handeln statt sture Opposition erwarten.

Danke für Ihre bisherige Unterstützung - wir halten Sie am Laufenden!

Mit freundlichen Grüßen

Katherine Dolan, ARCHE NOAH Team Saatgutpolitik

 

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