Meldungen 2018

Freiheit für die Vielfalt

Verschiebung der Abstimmung zur EU-Bio-Verordnung auf April 2018

06.12.2017: Im Mai 2017 wurde ein offener Brief von der ARCHE NOAH an den Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter geschickt - um an ihn zu appellieren, dass er die neue EU-Bio-Verordnung aufgrund der darin enthaltenen Öffnung für die Saatgut-Vielfalt unterstützen soll. Ein Jahr später, im April 2018, sollen im EU-Agrarrat und im Plenum des Europäischen Parlaments nun die finale Abstimmungen darüber stattfinden. 

Für die ARCHE NOAH liegen die Vorteile der Verordnung für die Saatgutvielfalt nach wie vor auf der Hand. Einerseits soll die Vermarktung, der Tausch und der Anbau von biologisch heterogenem Saatgut ohne Zulassung möglich werden. Andererseits wird der Zugang zu für biologische Produktion geeignete biologische Sorten, die unter biologischen Bedingungen gezüchtet und für den Bio-Anbau bestens verwendet werden können, leichter, was der Bio-Landwirtschaft ungemein zugute kommt. Darüberhinaus sollen auch Informationen über die Verfügbarkeit von Bio-Saatgut transparenter werden - durch die Sammlung in nationalen Datenbanken.

Die Österreichische Bundesregierung hat die neue Verordnung erst kürzlich abgelehnt - wie die neue Regierung dazu steht, bleibt offen.

Hier geht es zur aktuellen Aussendung dazu.

 
 

EU-Parlament stimmt für Bio-Verordnung – nächste Abstimmung im April/Mai 2018

22.11.2017: Der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments hat den Entwurf der Bio-Verordnung mit einer Mehrheit von 29 Stimmen angenommen. Der nächste Meilenstein ist die Abstimmung auf Ministerebene im Rat Landwirtschaft, die voraussichtlich im April bzw. Mai 2018 stattfinden wird. Wird hier dafür abgestimmt, muss sie noch im Plenum des Europäischen Parlaments angenommen werden - dann kann die Verordnung mit 1. Jänner 2021 in Kraft treten.

ARCHE NOAH appelliert weiterhin an die noch aktuelle Bundesregierung, ihre ablehnende Haltung gegenüber dem Entwurf bis dahin zu überdenken. Denn er bietet viele Vorteile für die unterschiedlichen Akteure im Bio-Sektor. So würden die neuen Bestimmungen bei Bio-Saatgut beispielsweise der Vielfalt zugutekommen - die Vermarktung von heterogenem Bio-Saatgut würde dadurch deutlich erleichtert werden.

Hier geht es zur aktuellen Presse-Aussendung dazu.

 
 
(c) Arche Naoh

Ein Ja für die EU-Bio-Verordnung – ein Ja für die Vielfalt

20.11.2017: Mit einer qualifizierten Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten wurde heute im Sonderausschuss Landwirtschaft vorerst für die neue EU-Bio-Verordnung gestimmt. Damit wurden die Weichen für die Weiterentwicklung des Bio-Sektors gestellt: Gruppen-Bio-Zertifizierung für sehr kleine Betriebe, Zertifizierungen für Produkte, für die bisher keine Bio-Kennzeichnung möglich war wie Bienenwachs, Wolle oder Wild, und die Beibehaltung der Bio-Kennzeichnung für Babynahrungsmittel werden somit realisierbar. Darüberhinaus finden sich darin revolutionäre Bestimmungen für den Saatgut-Sektor. Denn laut der neuen Verordnung soll es künftig möglich sein, „biologisch heterogenes Material“ zu vermarkten – bisher durften nur Sorten mit einem hohen Grad an phänotypischer und genetischer Homogenität verkauft werden. Dies unterstützt die Arbeit von ARCHE NOAH sowie klein- bis mittelständigen Züchter*innen und ebnet den Weg in eine Zukunft, in der der Vielfalt auf unseren Feldern und Tellern mehr Bedeutung zukommt. In Kraft treten soll die neue Verordnung Anfang 2021.

Hier geht es zur aktuellen Presse-Aussendung dazu.