Aktuelles

Öffentliche Konsultation für Österreichs Biodiversitätsstrategie: ARCHE NOAH fordert ambitionierte Ziele

03. Aug 2020: Biodiversität, Vielfalt und Gesundheit gehen Hand in Hand, deshalb fordern wir in der aktuellen öffentlichen Diskussion zur Biodiversitätsstrategie, ambitionierte Ziele für den Erhalt von Vielfalt – vom Saatgut bis zum Teller. Die Öffentliche Konsultation zur Strategie bis 2030 findet von 3. August bis 27. September 2020 statt. Im ersten Vorschlag kommt die Vielfalt zwar vor, allerdings fehlen noch konkrete Ziele und Maßnahmen, etwa für mehr Bio auf den Feldern und konkrete Unterstützungsmaßnahmen für gefährdete Sorten. ARCHE NOAH setzt sich in Gesprächen mit ExpertInnen, PolitikerInnen und mit Öffentlichkeitsarbeit dafür ein. Hohe Biodiversität ist die Grundlage gesunden Essens, vieler Medikamente und Voraussetzung um das Risiko von Pandemien einzudämmen. ARCHE NOAH hat daher bereits im Juni die Kampagne „Vielfalt säen, Gesundheit ernten“ (www.gesundheit-ernten.at) gestartet und die Bundesregierung aufgefordert, Kulturpflanzenvielfalt zu fördern. Es braucht eine Trendwende hin zu Vielfalt und Klimaschutz, eine Biodiversitätsmilliarde und starke Beteiligung der Zivilbevölkerung um die Gesundheit unserer Gesellschaft auch zukünftig zu gewährleisten.

Ihre Stimme zählt – unterschreiben Sie JETZT für den Erhalt der Kulturpflanzenvielfalt und für die Gesundheit.

www.gesundheit-ernten.at

Die Konsultation zur Biodiversitätsstrategie finden Sie hier hier

 

 
 

Petition:
10.000 Unterschriften und Medienberichte für die Vielfalt

21. Juni 2020: Mit der Petition „Vielfalt säen, Gesundheit ernten“ setzen wir von ARCHE NOAH ein Zeichen für die Vielfalt in unseren Gärten und auf unseren Feldern und Äckern. Bereits über 10.000 Personen unterstützen mit uns die Vielfalt und setzen ein Zeichen für die Zukunft. Aber nicht nur viele Einzelpersonen unterstützen uns, auch bei Medien stößt das Thema auf Interesse. So berichtet etwa die Tiroler Tageszeitung über unsere Arbeit zum Erhalt der Kulturpflanzenvielfalt. Tirol zeigt sich dabei als Vorreiter mit einer selbst geführten umfangreichen Genbank, die sowohl Samen, Kartoffel als auch Apfelsorten enthält. Das ist ein wichtiger Beitrag um alte Sorten zu sichern und auch in Zukunft weiter zugänglich zu machen.  

Am 11.Juni 2020 durfte unsere Kampagnen-Leiterin Dagmar Urban im Ö1 Abendjournal in einem Interview die Notwendigkeit der Vielfaltsförderung durch ein Rettungspaket der Regierung und den vermehrten Anbau von alten Sorten unterstreichen. Denn Vielfalt auf den Feldern, kann den Einsatz von Pestiziden verringern und sorgt für eine gesunde Ernährung. Die Vielfalt braucht uns jetzt. Gemeinsam für eine gesunde, biodiverse Zukunft! 

Hier geht es zum Artikel der Tiroler Tageszeitung. 

Unterzeichnen Sie JETZT unsere Petition „Vielfalt säen, Gesundheit ernten“ 

 
 

Bundesministerin Köstinger droht den europäischen Biodiversitätsprozess zu bremsen

12. Juni 2020: Seit Veröffentlichung unserer Petition „Vielfalt säen, Gesundheit ernten“ haben wir viel positives Feedback zu unserer Arbeit erhalten. Doch leider haben noch nicht alle die Chance der Vielfalt erkannt: In einem Interview am 12. Juni kritisierte Landwirtschaftsministerin Köstinger die in der EU-Lebensmittelstrategie „Farm to Fork“ verankerte Reduktion von Düngemittel und Pestiziden blockieren, da sie dadurch Einbußen in der Produktqualität und –menge befürchte. Durch diese Bremsung des europäischen Prozesses bedroht Bundesministerien Köstinger österreichische Bäuerinnen und Bauern – denn wie der Ausbau der Bio-Landwirtschaft zeigt, ist die Vielfalt eine Erfolgsgeschichte und Chance für die Landwirtschaft. Biologische Landwirtschaft und Vielfaltsförderung sind der Schlüssel für eine sichere und gesunde Ernährung und Zukunft. Diese Form der Landwirtschaft ist auch in Krisenzeiten widerstandsfähiger als konventionelle Betriebe. Pestizide und Düngemüssen reduziert werden, um die Vielfalt zu sichern, vielfältiges Saatgut kann hier einen wichtigen Beitrag leisten. Die drastischen Ausmaße der Biodiversitätskrise sind deutlich spürbar – jetzt ist nicht die Zeit für politische Verzögerungen! 

Hier geht es zu unserer Presseaussendung

 
 

Petition “Vielfalt säen, Gesundheit ernten” startet heute

9. Juni 2020: Von acht Millionen Tier- und Pflanzenarten weltweit ist eine Million vom Aussterben bedroht. Laut der UNO-Welternährungsorganisation FAO haben wir bereits 75 Prozent der landwirtschaftlichen Vielfalt verloren. Auch in Österreich verschlechtert sich der Zustand drastisch. Unsere Kulturpflanzen sind genauso betroffen wie Tiere und Wildpflanzen.

Aber wir brauchen diese Vielfalt: Auf den Feldern für ein gesundes Ökosystem, als Basis für Medikamente, auf dem Teller als Grundlage eines starken Immunsystems: Vielfalt ist die Grundlage unseres Lebens.

 
 
EU-Kommission

Veröffentlichung der „Farm to Fork“- und Biodiversitätsstrategie

20. Mai 2020: Heute wurden die europäischen Strategien zu „Farm to Fork“ und Biodiversität veröffentlicht. Die „Farm to Fork“-Strategie soll einen wertvollen Beitrag zur Erreichung der europäischen Klimaziele bis 2050 leisten und die Biodiversitätsstrategie setzt sich Ziele bis 2030. Der Fokus liegt auf nachhaltigem und ökologischen Handeln von der Produktion über die Verarbeitung bis zum Konsum von Lebensmitteln, um Ökosysteme wiederherzustellen und Vielfalt zu bewahren.

Obwohl diese Strategien klar kommunizieren, dass der Schwerpunkt, gerade in Zeiten von ökologischen, ökonomischen und sozialen Krisen, auf der Zusammenarbeit von Umwelt- und Landwirtschaftspolitik liegen muss, ist dies nur der erste Schritt in die richtige Richtung. Ziel muss es sein, durch einen fundamentalen Wandel in der europäischen und österreichischen Agrarwirtschaft das Hauptaugenmerk auf mehr Ökologie und Artenvielfalt zu legen, um auch in Zukunft Landwirtschaft und Ernährung zu sichern und die vorherrschende Biodiversitätskrise zu stoppen. Der Erhalt von Saatgutvielfalt leistet dabei einen unverzichtbaren Beitrag, zum Erhalt der genetischen Ressourcen und dem Schutze der Vielfalt – vom Acker bis auf den Teller. ARCHE NOAH fordert, diese Potentiale stärker zu nutzen!

Hier geht’s zu unserer Pressemeldung!

 
 
Vielfalts-Mix

40 NGOs fordern die Veröffentlichung der Farm to Fork-Strategie

28. April 2020: In einem gemeinsamen Brief rufen vierzig zivilgesellschaftliche Organisationen und Erzeugerorganisationen die Europäische Kommission dazu auf, die Veröffentlichung der Farm to Fork-Strategie nicht länger hinauszuzögern. Die Farm to Fork Strategie soll die Europäische Lebensmittel-Politik „von Bauernhof bis zum Teller“ überdenken und zukunftsfit machen. Vielfältiges Saatgut ist selbstverständlich eine notwendige Grundlage für gesundes Essen und eine Landwirtschaft die auf Vielfalt statt Monokulturen setzt.

ARCHE NOAH ist daher Teil der Allianz, die den Brief an die EU-Kommission geschickt hat. Die 40 Organisationen betonen im Brief ihre Unterstützung für ambitionierte Versionen einer Farm to Fork – und EU-Biodiversitätsstrategie. Sie bekräftigen aber gleichzeitig, dass es dringend notwendig ist, jetzt Maßnahmen zu setzen, um die Grundlagen für ein belastbares, gesundes, gerechtes, ökologisches und insgesamt nachhaltiges Ernährungssystem zu schaffen. Diese Richtungsänderung ist laut dem offenen Brief insbesondere im Licht der Klimakrise, des drastischen Biodiversitätsverlustes und der globalen Gesundheitskrise umgehend notwendig, um zukünftige Schocks bewältigen zu können. Die Botschaft ist klar: Die Coronakrise ist ein zusätzlicher Grund eine schnelle Wende in Richtung ökologischer Landwirtschaft einzuleiten.

Eigentlich hätten die Farm to Fork- und die Biodiversitätsstrategie als Teile des Green Deal schon Ende März veröffentlicht werden sollen. Darauf wurde das Datum auf Ende April verschoben, und nun ließ der EU-Kommissar Frans Timmermans vor kurzem verlauten, dass es noch „einige Wochen dauern“ werde bis die Strategien vorliegen.

ARCHE NOAH ist nicht nur Mitunterzeichnerin des gemeinsamen Briefs an die EU-Kommission, sondern hat bereits im März ausführlich Stellung bezogen: „Die Strategie muss eine starke Vision für eine grundlegende Umgestaltung des europäischen Ernährungssystems liefern, einschließlich verbindlicher Ziele, konkreter Maßnahmen und ausreichender Finanzierung. Dies betrifft vor allem die Gemeinsame Agrarpolitik.“ Auch die Relevanz der Biodiversität – insbesondere der Vielfalt auf den Feldern – wird darin betont: „Eine hohe Artenvielfalt bei Nutzpflanzen ist unsere Versicherung für die Herausforderungen von morgen. Diverse Produktionssysteme sind eine absolute Notwendigkeit für widerstandsfähige Agrar- und Ernährungssysteme.“

Offener Brief an die Europäische Kommission
Die ausführliche Stellungnahme von ARCHE NOAH zur Farm to Fork-Strategie hier nachlesen