Nagoya Protokoll

für klare Regeln gegen Biopiraterie

Weltweit wurden seit Jahrzehnten lokale Gemeinschaften durch Biopiraterie entrechtet und geschädigt, der Zugang zu den eigenen Ressourcen durch geistige Eigentumsrechte versperrt, eine Beteiligung am erzielten Profit fand jedoch nicht statt. Das soll mit dem Nagoya Protokoll nun anders werden.

Um Biopiraterie zu unterbinden und Saatgut als Gemeingut zu sichern, müssen nun allerdings auch non-profit Akteure und Privatpersonen einen gewissen bürokratischen Aufwand in Kauf nehmen. Das System kann aber nur funktionieren, wenn alle Transfers der „genetischen Ressource“ nachvollziehbar bleiben.

Das Nagoya Protokoll kann als historisches Übereinkommen bezeichnet werden. Es ist fraglich, ob eine solche Vereinbarung heute nochmals zu erzielen wäre. Es gilt daher aus unserer Sicht, sie bestmöglich zu nutzen.

ARCHE NOAH Position:
ARCHE NOAH Positionspapier Nagoya
ARCHE NOAH Position zur nationalen Umsetzung der Nagoya
Verordnung

Weiter im Thema: Geschichte

In der Praxis: für ARCHE NOAH Mitglieder

EU-Kommission

Bio-Piraterie wird in Österreich weiterhin geduldet

Am 12. Oktober 2014, trat das Nagoya-Protokoll der UN-Biodiversitätskonvention in Kraft. Das Protokoll soll die „Bio-Piraterie“ – die Plünderung von Natur und Wissen – verhindern und somit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der globalen Vielfalt leisten. Österreich hat das Protokoll am 23. Juni 2011 unterzeichnet, aber immer noch nicht umgesetzt. Es wurde deshalb bereits von der EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet, welchem Österreich mit einer Minimalumsetzung entgegnen will. Diese zahnlosen Gesetze werden genau nichts bewirken. Einen wirklichen Kampf gegen Bio-Piraterie wollen Bund und Länder also offenbar nicht aufnehmen.

 
 
Gesetz Zweifel

Kampf gegen Bio-Piraterie wird nicht ernst genommen

Die Oberösterreichische Landesregierung hat im Sommer 2018 einen Gesetzesentwurf zur Umsetzung des Nagoya-Protokolls vorgelegt. Arche Noah ist nicht begeistert. Denn den Kampf gegen Bio-Piraterie wird man mit diesem zahnlosen Gesetz nicht gewinnen.

In unserer Stellungnahme kritisieren wir, dass die verantwortlichen Behörden mit unzureichend Ressourcen und Befugnissen ausgestattet sind. Die angedachten Kontrollen gehen nicht weit genug. Es braucht wirksame Kontrollen, effektive Abhilfemaßnahmen und abschreckende Sanktionen. Nur so kann der Ausbeutung wertvoller Ressourcen durch Großkonzerne endlich ein Ende gesetzt werden.

Hier geht’s zu unserer Stellungnahme.

 
 
Nagoya Protocol Workshop

ARCHE NOAH-Workshop zum Nagoya Protokoll

24.-26.2.2017: Ein Wochenende in Wolkersdorf im Weinviertel. Um das Ende der Biopiraterie voranzutreiben und möglichst viele Mitglieder, Organisationen und Interessierte zu erreichen, veranstaltete die ARCHE NOAH einen Workshop zum Nagoya Protokoll. Dabei wurden die Rechte und Pflichten für LandwirtInnen und ErhalterInnen von Saatgut erklärt und die interne Umsetzung innerhalb der ARCHE NOAH und ihrer Partnerbetriebe vorgestellt. Außerdem wurden die Möglichkeiten, die uns die Bildung von „seed commons“ bieten, diskutiert.
Fazit: Es gilt zwar,  einige bürokratische Hürden zu meistern, doch bietet das Nagoya Protokoll eine einmalige Chance die illegale Nutzung von genetischen Ressourcen zu stoppen.