Uhudler Vielfalt auftafeln

Praxis für Mitglieder

Die EU-Nagoya-Verordnung ist seit 12.10.2014 in Kraft und betrifft ausnahmslos alle natürlichen und juristischen Personen, unabhängig davon, ob sie ARCHE NOAH Mitglied sind oder nicht.

ARCHE NOAH ist vom Grundsatz einer fairen und nachhaltigen Nutzung „genetischer Ressourcen" überzeugt. Der Vorstand und das Vereinsbüro suchen jedoch Wege, um den bürokratischen Aufwand für die Mitglieder so gering wie möglich halten, um die neuen Bestimmungen einzuhalten. Dafür werden Vereinbarungen und Formulare entwickelt und werden 2017 Informationen, Schulungen, Vorlagen und Checklisten angeboten.

Regelungen in den Vereins-Statuten

Die Rechte und Pflichten der ARCHE NOAH Mitglieder beim Saat- und Pflanzgut-Tausch sind in den Vereins-Statuten verankert. Die Mitglieder verpflichten sich explizit, die Nagoya-Regeln einzuhalten. Sofern nicht anders angegeben, unterliegt jedes im Mitgliedernetzwerk ausgetauschte Pflanzenmaterial den Bedingungen der ARCHE NOAH Vereinbarung über die Weitergabe von Saat- und Pflanzgut.

 
Link zu den Vereinsstatuten, gesamter Text

ARCHE NOAH hat im Dezember 2015 in ihren Vereinsstatuten Regelungen verankert, die sicherstellen, jegliches Saat- und Pflanzgut, das neu im ARCHE NOAH Netzwerk zirkuliert, Nagoya-konform ist.

Jedes ARCHE NOAH Mitglied verpflichtet sich zur Einhaltung der darin beschriebenen Rechte und Pflichten.

Dies bringt für den Austausch von Saat- und Pflanzgut im Mitgliedernetzwerk einige Vereinfachungen mit sich.

Die Regeln gelten für das Samenarchiv und das Sortenhandbuch / den Netzwerkkatalog des Vereins ebenso wie für alle Austauschvorgänge zwischen ARCHE NOAH Mitgliedern und mit Dritten.

Die Regelungen zu Nagoya finden sich unter § 7 Rechte und Pflichten der Mitglieder, Punkte 6 und 7.

Vereinsstatuten, relevante Regelungen

§7 Rechte und Pflichten der Mitglieder

6. Mitglieder, die eine genetische Ressource im Sortenarchiv hinterlegen, oder diese im Sortenhandbuch anführen, oder die eine genetische Ressource ins Mitglieder-Netzwerk einbringen, verpflichten sich, in Befolgung der aufgrund des Nagoya-Protokolls erlassenen einschlägigen europäischen und nationalen Rechtsvorschriften, die Bestimmungen und Bedingungen, die mit dieser Ressource verbunden sind, einzuhalten. Sie verpflichten sich, falls erforderlich und dem konkretem Fall entsprechend, die vorherige informierte Zustimmung der zuständigen nationalen Behörde oder Einzelperson einzuholen. Sie verpflichten sich, die begleitenden Vereinbarungen, Verträge oder Material Transfer Agreements (MTA) dem Verein unverzüglich mitzuteilen und dazu primär das auf der Website des Vereins zur Verfügung gestellte Online-Formular zu nutzen.

7. Sofern nicht anders angegeben, unterliegt jegliches rechtmäßig im MitgliederNetzwerk ausgetauschte Pflanzenmaterial, egal ob zwischen Mitgliedern, oder auch mit Dritten, den Bestimmungen und Bedingungen der Modell-Materialübertragungs-Vereinbarung (mMTA), die auf der Webseite und im Sortenhandbuch des Vereins veröffentlicht wird. Sofern jedoch die Rechteinhaber die Weitergabe der genetischen Ressource mit spezifischen anderen Auflagen verbunden haben, werden die Nutzung dieser Ressource, oder ihr Austausch unter Mitgliedern oder der Austausch zwischen Mitgliedern und Dritten durch ad hoc Verträge geregelt. Diese ad hoc Verträge werden den Mitgliedern vom Verein auf Anfrage zu Verfügung gestellt, ebenso wie eine Liste all jener Akzessionen, die nicht über das Modell-MTA zu Verfügung stehen.

 
 

Nagoya Regeln in der Praxis

 
 

Wann sind die Nagoya-Regeln zu beachten? Bei jeder Weitergabe von Pflanzenmaterial, also:

  • Neuaufnahmen in die Sammlung eines Mitglieds
  • Neuaufnahmen in das Samenarchiv
  • Weitergabe über das Sortenhandbuch / den Netzwerk-Katalog
  • Weitergabe im direkten Kontakt.

Was ist zu tun, um die Nagoya-Regeln einzuhalten? Man muss...

  1. die informierte Zustimmung des Bereitsteller von Pflanzenmaterial einholen und
  2. die Nutzungsbedingungen einvernehmlich festlegen und
  3. jede Annahme und Weitergabe von Pflanzenmaterial angemessen dokumentieren

ARCHE NOAH Standard-Formulare und Vereinbarung

ARCHE NOAH hat Formulare und eine Standard-Vereinbarung entwickelt, um die Nagoya-Verpflichtungen für Vereinsmitglieder zu regeln und deren Einhaltung zu vereinfachen.

  1. Zur Dokumentation der informierten Zustimmung des Bereitstellers haben wir einen vereinfachten Entscheidungsbaum und eigene Formulare entwickelt, das "ARCHE NOAH PIC Formular"
  2. Um die Nutzungsbedingungen festzulegen, haben wir eine Modell-Material-Transfer-Vereinbarung (mMTA) entwickelt, die"ARCHE NOAH Vereinbarung zur Weitergabe von Saat- und Pflanzgut"

Diese Vereinbarung soll unter anderem sicherstellen, dass das damit verbundene Saat- und Pflanzgut in Zukunft nicht mehr patentiert oder monopolisiert werden kann, und dass auf das damit verbundene Saat- und Pflanzgut keine Gentechnik angewendet werden darf.