Lotte Karotte träumt...

Gutes tun am Giving Tuesday

Die weltweite Bewegung des Giving Tuesday fasst nun auch in Österreich Fuß. Am 3. Dezember geht es nach den konsumorientierten Tagen des Black Friday und dem Cyber Monday um soziales Engagement und die Unterstützung gemeinnütziger Aufgaben. ARCHE NOAH sammelt an diesem Tag mit dem Maskottchen „Lotte Karotte“ Spenden für die Vielfalt.

Wovon träumt Lotte Karotte?

Sie braucht eigene Bienen und ein schützendes Haus

Unsere Lotte Karotte braucht, wie viele andere insektenbestäubte Pflanzen, zur sortenreinen Vermehrung eigene Bienen und ein schützendes Haus. Nur so kann sie sich vermehren. Nur so bleibt sie wirklich sie selbst. Und nur so bleibt sie für uns alle als Nahrungsgrundlage in Zukunft erhalten. Denn: Ohne Bienen keine Bestäubung, ohne Bestäubung kein Saatgut.

 

Was ist der Giving Tuesday?

Zum Giving Tuesday – Gemeinsam Gutes tun

Das internationale Charity-Event Giving Tuesday wird heuer am 3. Dezember 2019 unter der Leitung des Fundraising Verbandes und unter Ehrenschutz von Bundespräsident Alexander Van der Bellen sowie Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein auch in Österreich zelebriert. Der Giving Tuesday wurde 2012 von den amerikanischen Organisationen 92nd Street Y und United Nations Foundation als konsumkritische Bewegung nach dem Black Friday und dem Cyber Monday ins Leben gerufen. Er lenkt die Aufmerksamkeit auf die Themen Geben und Spenden und stellt das soziale Engagement in den Vordergrund.

 
 

Fragen & Antworten

Wer ist Lotte Karotte?

Lotte Karotte ist ein Künstlername. Im bürgerlichen Leben hört sie auf den Sortennamen ‚Purple Dragon‘. Ihre Kennzeichen sind die violett-purpurne Schalenfarbe und die orange Innenfärbung. Die Sorte weist einen feinen, süß-aromatischen Geschmack auf. Sie ist raschwüchsig, daher sind noch sehr späte Aussaaten möglich. Ihre schönen Wurzeln eigenen sich zum Frischverzehr, zum Entsaften und zum Kochen. Außerdem ist der purpurne Drache eine gute Lager-Karotte.

‚Purple Dragon‘ selbst zwar eine Neuzüchtung. Aber sie muss als samenfeste Sorte genau so wie wie ihre gefährdeten KollegInnen ‚Marktgärtner‘, ‚Winter Perfektion‘, ‚Duwicker‘ u.v.a. für die sortenreine Vermehrung von anderen Karotten, auch den Wildkarotten, die in jeder Wiese vorkommen, isoliert werden.

 

Warum braucht Lotte Karotte ein eigenes Haus?

Lotte ist ein so genannter  Fremdbefruchter. Bienen bringen Pollen von einer Blüte auf die Narbe einer anderen Blüte. Dabei ist wichtig, dass sie nur von Lotte-Blüte zu Lotte-Blüte fliegen. Würden die Blüten einer Purple Dragon mit der auf jeder Wiese vorkommenden Wildkarotte bestäubt, dann wären die Purple Dragons bald alle klein, weiß und runzelig. Und würden auch ziemlich fasrig und fad schmecken.

Wichtig: Ohne Bienen keine Bestäubung, ohne Bestäubung kein Saatgut.

 

Lotte ein schützendes Dach geben!

Ihre Spende zählt!

 

Wer macht die ganze Arbeit in der Bienenwohnung?

Hauptsächlich sind bei Karotten die Rote Mauerbiene, die Gehörnte Mauerbiene, die Mistbiene aber auch viele viele Fliegen im Einsatz. Sie tun das aber nicht als Liebesdienst für Lotte. Sie sammeln Pollen als Nahrung für ihren Nachwuchs und bestäuben als Nebeneffekt die Karottenblüten.

 

Geht es den Insekten gut? Sind sie für immer eingesperrt?

Die Insekten werden als Larve in die Bienenwohnung übersiedelt. Sie schlüpfen direkt in ihrem neuen zu Hause. Dort steht ihnen auch über die ganze Saison Nahrung – herrliche Blüten von Lotte & Co – zur Verfügung. Und vor allem auch feuchte Erde. Die ist besonders wichtig: Denn zur Eiablage in die vorhandenen Bambusröhrchen brauchen die Bienen Material zum Abschließen ihrer Brutkammern. Die Larven schlüpfen nach wenigen Tagen und leben von den Pollenvorräten in den Nisthöhlen, bis sie sich im Sommer darin verpuppen. Im Herbst können die Puppen entnommen und bis zum nächsten Frühjahr im Kühlschrank aufbewahrt werden. Und dann geht alles wieder von vorne los. Die ARCHE NOAH GärtnerInnen achten besonders auf gesunde, gut versorgte Bienchen, denn die besten Bestäuberinnen sind befruchtete Weibchen, die Pollen für ihren Nachwuchs sammeln.

 
 

Wie schaut die Bienenwohnung aus?

Optisch ähnelt die Bienenwohnung einem Folientunnel mit Netzbespannung. Die Wohnungen für Lotte und ihre Bienen sind ca. 5 mal 10 Meter groß. Sie werden von Februar bis Oktober bepflanzt und bewirtschaftet. Die ganze Saison über blüht etwas in jeder Bienenwohnung: Zuerst Kohl, dann Zwiebel und Karotten, später Gurken und Melonen.

 

Was sind samenfeste Sorten?

Samenfeste Sorten werden solche Sorten genannt, die ihre spezifischen Eigenschaften an die nachfolgenden Generationen weitergeben und sich - im Gegensatz zu Hybridsorten - zum Nachbau eignen. Wird also das Saatgut einer solchen Gruppe von Pflanzen geerntet und wieder ausgesät, wachsen daraus fruchtbare Nachkommen, die in etwa den Elternpflanzen gleichen.

 

Warum samenfeste Sorten?

An die 70% aller Karotten-Handelssorten sind Hybridsorten. "Moderne" Züchtung beschäftigt sich fast ausschließlich mit Hybridsorten. Diese können nicht von den LandwirtInnen nachgebaut werden und schaffen damit Abhängigkeit. ARCHE NOAH erhält 40 samenfeste Sorten und Herkünfte in der Vermehrung und 20 weitere samenfeste Handelssorten als Sicherheitsbackup. Sie alle müssen regelmässig - wie Lotte Karotte - in Bienenwohnungen vermehrt werden.

 
 
 

Kontakt

DI Marion Schwarz
Öffentlichkeitsarbeit, SpenderInnen-Betreuung
T: +43 (0)2734 8626-226
marion.schwarz@arche-noah.at