Obstsortensammlung

Apfelausstellung

Vielfalt an Form, Farbe und Geschmack

458 Sorten von Apfel, Birne, Pflaume, Kirsche und Marille umfasst die Obstsammlung der ARCHE NOAH. Manche davon stehen in unseren Erhaltungsgärten, andere bei Paten und Partnern. Unser Ziel ist, immer fünf Bäume an verschiedenen Standorten zu pflanzen. So kann sicher gestellt werden, dass die Sorte die nächsten Jahrzehnte überlebt.

Die Erhaltung von Obstsorten

Äpfel Vielfalt

Warum gibt es so viele Sorten?

Niemand weiß genau, wieviele Obstsorten es in Österreich gibt. Die Schätzungen reichen von 800 bis 2.000 Sorten. Vor allem beim Apfel ist die Vielfalt immens. Der Grund dafür liegt in den Genen der Äpfel. Unser Kulturapfel ist eine zufällige Kreuzung aus mehreren Wildapfelarten. Die unterschiedlichen Gene dieser Wildarten sind noch in den heutigen Sorten zu finden. Jedes Mal, wenn ein Kern in einem Apfel gebildet wird, mischen sich diese Gene neu. Wächst aus diesem Kern ein Apfelbaum, ist theoretisch eine neue Sorte entstanden. Sehr oft tragen solche Sämlingsbäume aber kleine, eher ungenießbare Früchte, und nur, wenn sie zufällig gute Früchte entwickeln, sprechen wir von einer neuen Sorte.

 
 

Die Obstsortensammlung

Obstorten zu erhalten bedeutet viele Obstbäume zu pflegen. Auf elf Obsterhaltungswiesen haben wir insgesamt mehr als 1000 Obstbäume ausgepflanzt. Dazu kommen noch Flächen von Partnern, auf denen weitere Bäume wachsen. Die meisten Sorten haben wir zwei Mal auf verschiedenen Wiesen gepflanzt.

Ein zweiter, sehr wichtiger Teil der Sammlung ist die Datenbank. Dort sind über 4.200 Bäume mit Sorte und Standort registriert. Es sind die Bäume, die wir bei unseren Erhebungen finden. Mehr als 900 verschiedene Sorten sind dort vermerkt, und nicht wenige davon sind noch namenlos – denn eine Sorte, die nie in einem Buch veröffentlicht wurde, hat offiziell keinen Namen.

 

Sortenerhaltungswiesen

Die Sortenerhaltungswiesen von ARCHE NOAH sind auf mehrere Standorte in Niederösterreich verteilt. Dadurch verringert sich das Risiko, dass eine Sorte zum Beispiel durch ein Unwetter oder einen Krankheitsausbruch verloren geht.

In den nächsten Jahren werden wir noch weitere Patenschaftswiesen an unterschiedlichen Orten anlegen. Das Ziel ist, von jeder gefährdeten Sorte fünf Bäume auf verschiedenen Wiesen auszupflanzen.

 

Sortenerhaltungswiese im Schaugarten

 
 
Kirschenblüte Schaugarten

Im hinteren Bereich des Schaugarten von ARCHE NOAH existiert der älteste Teil unserer Obstsammlung. Seit den Gründungsjahren wurden hier bedrohte Sorten ausgepflanzt. Rund 100 Obstsorten werden hier abgesichert. In Zukunft soll dieser Bereich stärker in den Schaugarten integriert werden und für die Information über Obstsortenvielfalt genutzt werden.

Die Wiese wurde historisch als Streuobstwiese genutzt. Das bedeutet, dass großwüchsige Bäume gepflanzt wurden, deren Äste in einer Höhe von rund 1,60m beginnen. Dadurch konnten die Flächen darunter für die Produktion von Viehfutter, zum Gemüseanbau oder zum flanieren genutzt werden.

Noch heute finden sich Altbäume aus dieser Zeit, die vermutlich älter als 80 Jahre sind. Hier wurde auch die Herzkirschensorte "Eltonkirsche" gefunden, die wunderbar schmeckt und in Österreich kaum zu finden ist.

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Sortenerhaltungswiese Kronberg - Weinviertel

 
 
Patenbaum

Im Jahr 2013 haben wir eine Sortenerhaltungswiese im Weinviertel in Kronberg bei Wolkersdorf (Weinviertel, NÖ) mit 55 Bäumen von 45 gefährdeten Sorten angelegt. Der Obstgarten liegt entlang eines Radweges, ist frei zugänglich und wird von ARCHE NOAH und dem Grundbesitzer und Landwirt Sepp Regner gepflegt.

Die Obstwiese befindet sich auf Schwemmland des nahe gelegenen Rußbaches. Die Bäume werden selbst im trockenen Weinviertel durch den hohen Grundwasserspiegel gut mit Wasser versorgt. Der lehmig - schluffige Boden ist humusreich und für Obstbau bestens geeignet.


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Sortenerhaltungswiese Jaidhof - Waldviertel

 
 
Sortenerhaltungswiese Jaidhof

Die Obstwiese konnte im Herbst 2014 durch die Unterstützung zahlreicher Obstbaumpaten von ARCHE NOAH angelegt werden. Insgesamt wachsen hier 69 Bäume von 63 verschiedenen Sorten.

Die Obstwiese befindet sich auf einem nach Westen orientierten Hang. Von der Hangkuppe bis zum Hangfuss wird der Boden feuchter und bietet so für die unterschiedlichen Obstarten einen idelan Standort. Im trockenen Bereich stehen Kirschen und Birnen, im Übergangsbereich Apfelbäume und im feuchteren Bereich Zwetschkenbäume. Die Fläche und die Bäume werden von ARCHE NOAH nach den Grundsätzen der biologischen Landwirtschaft gepflegt.

 

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Sortenerhaltungswiese Spital - Waldviertel

 
 
Erhaltungswiese Spital

Die Obstwiese in Spital bei Weitra im Waldviertel wurde im Herbst 2014 von ARCHE NOAH angelegt und im Frühjahr 2016 erweitert. Insgesamt wachsen hier 104 Bäume von 97 verschiedenen Sorten.

Die Obstwiese befindet sich in der typischen Streifenflur des Waldviertels, weitab von den Plantagen des Erwerbsobstbaus. Dadurch ist die Gefahr eines gefährlichen Krankheistausbruchs gering. Die ausreichenden Niederschläge in der Region sichern ein verlässliches Gedeihen. Die Fläche und die Bäume werden von ARCHE NOAH und dem Grundbesitzer nach den Grundsätzen der biologischen Landwirtschaft gepflegt.

 

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Sortenerhaltungswiese Untermoos - Tulln

 
 
Sortenwiese_Untermoos

Auf der rund einen Hektar große Obstwiese in Untermoss wurden im Frühjahr und Herbst 2015 insgesamt 130 Bäume von 83 Sorten ausgepflanzt.

Die Obstwiese befindet sich auf einem nach Norden orientierten, sanften Hang. Der tiefgründige, nährstoffreiche Boden und das milde Klima bieten einen
idealen Standort für alle Obstarten von Apfel bis Marille. Östlich der Fläche befindet sich ein kleines Wäldchen, am westlichen Rand soll eine Hecke gepflanzt werden. Gemeinsam mit dem Grundbesitzer wird ARCHE NOAH die Fläche nach biologischen Grundsätzen bewirtschaften.

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Sortenerhaltungswiese Mank - Mostviertel

 
 

Die Obstwiese in Mank wurde 2016 von ARCHE NOAH angelegt und mit 44 Bäumen von 41 Sorten bepflanzt. Insgesamt bietet die Wiese Platz für rund 60 Obstbäume. Die Obstwiese befindet sich auf einem nach Süden orientierten, sanften Hang. Der tiefgründige, nährstoffreiche und gut wasserversorgte Boden bildet einen idealen Standort für Obstbäume. Unterhalb der Fläche befindet sich ein keiner Wald, der die Bäume zur Straße hin abschirmt. Die Fläche und die Bäume werden von ARCHE NOAH und dem Grundbesitzer nach den Grundsätzen der biologischen Landwirtschaft gepflegt.

Mehr Infos zur Sortenerhaltungswiese Mank.

 
 
 

Pflaumensammlung Mostlandhof - Mostviertel

 
 
Baum Mostlandhof

Die Obstsortenerhaltungswiese Mostlandhof liegt beim gleichnamigen Gasthof bei Purgstall an der Erlauf (NÖ). Sie  dient der Erhaltung und Sichtung von  gefährdeten Pflaumensorten. Die Vielfalt innerhalb der Pflaumen ist groß und verwirrend, ist aber akut vom verschwinden bedroht. Viele Typen sind nur mehr mit wenigen Altbäumen bekannt. Auf der Obstsortenerhaltungswiese Mostlandhof werden daher nach und nach unterschiedliche Typen von Kriecherl, Spänlingen, Ringlotten, Pemsen, Bidlingen, Eierpflaumen und all der anderen Formen aus der Verwandtschaft der Pflaumen gesammelt. An einem Ort vereint, sollen sie nicht nur für die Zukunft abgesichert werden, die Sammlung soll auch eine systematische Aufarbeitung dieser kaum erforschten Gruppen ermöglichen.  

Die ARCHE NOAH Pflaumensammlung ist eingebettet in umfangreichen Obstalleen des Mostlandhofs. Die genaue Position der Patenbäume ist vor Ort beschrieben, bzw. können sie sie im Gasthaus erfragen. 2016 wurden die ersten 30 Bäume von 30 unterschiedlichen Sorten und Typen gepflanzt, in den nächsten Jahren werden weitere Bäume hinzu kommen. Die leichte Hangfläche ist mit ihrem lehmhaltigen, gut wasserversorgten Boden ideal für Pflaumenarten geeignet. Die Fläche und die Bäume werden von ARCHE NOAH und dem Grundbesitzer nach den Grundsätzen der biologischen Landwirtschaft gepflegt.

Mehr Infos zur Sortenerhaltungswiese Mostlandhof.

Auf dieser Fläche sind derzeit noch Patenbäume verfügbar. Bei Interesse nehmen Sie bitte mit Hr. Engelmeier Kontakt auf (siehe unten).

 

 
 

Sortenerhaltungswiese Atzling - Mostviertel

 
 
Obstwiese Atzling

Die Obstwiese in Atzling wurde im Herbst 2016 von ARCHE NOAH angelegt und mit 64 Bäumen von 63 Sorten bepflanzt. Die Obstwiese befindet sich auf einem nach Süden orientierten, sanften Hang. Der tiefgründige, nährstoffreiche und gut wasserversorgte Boden bildet einen idealen Standort für Obstbäume. Die Fläche und die Bäume werden von ARCHE NOAH und dem Obstbaumpfleger Alois Lashofer nach den Grundsätzen der biologischen Landwirtschaft gepflegt.

 Mehr Infos zur Sortenerhaltungswiese Atzling.

 
 
 
 
 
 

Der Wert der Sammlung

Die Früchte unserer Sammlung sind vielfältig. Sie unterscheiden sich in Größe, Färbung, Form, Geschmack und zahlreichen anderen anderen Eigenschaften. Manche der Sorten sind z.B. besonders gesund, andere wiederum extrem anspruchslos oder frosthart. Alle diese Eigenschaften liegen wieder in den Genen begründet – dem Bauplan der Früchte. Durch die große Sortenvielfalt bleibt so die ganze Bandbreite an Genen erhalten und kann für die Züchtung genutzt werden. Das wird in Zukunft immer wichtiger werden, da ein Großteil der modernen Apfelzüchtungen auf nur sechs Apfelsorten zurück geht.

Für den „Verbraucher“ oder die Verbraucherin ist der unmittelbar wichtige Wert der Sorten ihr vielfältiger Geschmack. Der Unterschied im Geschmack von Äpfeln liegt nicht darin, ob sie süß, süß/sauer oder sauer sind. Es sind vielmehr unzählige Aromen, die sich in den alten Sorten noch finden. „Himbeerapfel von Holovous“, „Lavanttaler Bananenapfel“ oder „Köstliche aus Charneau“ – solche Namen weisen darauf hin, dass geschmacklich beim Obst viel zu entdecken ist!

 
 
 

Kontakt

DDI Elisabeth Schüller
Leitung Fachbereich Obst
elisabeth.schueller@arche-noah.at

 
Martin Engelmeier

Kontakt

Ing. Martin Engelmeier
Obstsammlung & Obstpatenschaften
martin.engelmeier@arche-noah.at