Paradeiser-Patenschaft

Hier informieren wir unsere Paradeiser-Pat*innen

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung! Hier möchten wir Ihnen einen Einblick in unsere Arbeit vermitteln und berichten, was mit Ihrer Hilfe bereits alles umgesetzt werden konnte.

Unser Gartenjahr zum Nachlesen

Paten-Paradeiser Saison 2018

 

Paradeiser trifft Tomate

August 2018: Die ZüchterInnen der Bauernparadeisergruppe trafen sich mit der Tomatenzüchtergruppe vom deutschen Verein Kultursaat. Ziel ist es, der biologischen, samenfesten Tomatenzüchtung mit einer besseren Vernetzung Aufwind zu geben. Drei Tage besuchten wir Zuchtprojekte in Deutschland und Österreich und diskutierten unsere Zuchtvorhaben und -ansätze.

 
 

Tatkräftige Unterstützung einer jungen Wissenschaftlerin

August 2018: Die Diplomandin Janin Zibi (Universität Witzenhausen) hat uns heuer bei der Evaluierung von samtfleckentoleranten Sorten an drei Standorten im Rahmen ihrer Masterarbeit unterstützt. Nach wochenlanger Beurteilung des Befalls in heißen Tunnels gab es als Höhepunkt eine sensorische Beurteilung der Sorten aus dem Versuch.

 
 

Neu im Team: Helene Maierhofer

Juli 2018: Nach intensiven Jahren der Aufbauarbeit im damals ganz neuen Bereich landwirtschaftliche Entwicklung und auch der Arbeitsgruppe Bauernparadeiser geht Franziska Lerch nun neue Wege. ARCHE NOAH bleibt sie als Leitung des Fachbereichs Nachhaltige Nutzung treu, privat wird sie sich noch stärker ihrem eigenen Bio-Betrieb, dem Lerchenhof in Diendorf am Walde widmen. Ihre Aufgaben rund um die Patenparadeiser übernimmt Helene Maierhofer, die vor ihrer Karenzzeit bereits von der Universität für Bodenkultur aus in der Arbeitsgruppe Bauernparadeiser mitgearbeitet hat. Philipp Lammer bleibt weiterhin im Team und ist in der Betreuung der ZüchterInnen aktiv.

 
 

Züchtungsarbeit konkret

Juli 2018: Besuch der PatInnen am Jaklhof (Stmk). Beim Rundgang über den Betrieb konnten die Paradeiser-Fans die Züchtungsarbeit hautnah kennenlernen und mit Züchterin Anna Ambrosch ins Gespräch kommen.

 
 

"Samenfeste, robuste und standortangepasste Sorten, aus BäuerInnen-Hand sind ein wichtiger Mosaikstein für eine gute Ernährung der Gesellschaft. Daran arbeite ich für alle."

Anna Ambrosch - Mitglied der Arbeitsgruppe Bauernparadeiser

Den Aromen auf den Grund gehen

Juli 2018: Bei Margit und Joseph Mayr-Lamm am Biohof Fairleben erlebte die Bauernparadeisarbeitsgruppe eine Sensorikschulung mit dem Gastronom Georg Friedel. Ziel war es, Geschmacksprofile für die Patentomaten zu erstellen. Danke für diesen spannenden Tag mit kreativer Paradeiser-Kulinarik und den sagenhaften Aromen der Patensorten!

 
 

Paten-Paradeiser: Saison 2017

 

Den eigenen Paradeiser verspeisen…

Juli 2017:  Rund 20 Paradeiser-PatInnen konnten am Biohof Fairleben von Margit und Josef Mayr-Lamm Ihre Patensorten über Gaumen und Auge kennenlernen. Nach dem Besuch der Paradeiserraritäten in Tunnel und Freiland wurden als Höhepunkt die Patensorten verkostet. Die Veranstaltung fand einen gemütlichen Ausklang mit Mozzarella, Paradeiser und Basilikum.

 

Acht Sorten im Portrait

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Paradeiser ‘Mango Kleine Farm‘ (Arbeitstitel)

Hier handelt es sich um einen vorzüglichen, orangefarbenen Fleischparadeiser, der aus Nordamerika mit dem Namen 'Valencia' nach Österreich kam. Peter Lassnig entwickelte die 'Valencia' über mehrere Jahre zur Sorte 'Mango' weiter. Seiner Selektionsarbeit ist es zu verdanken, dass sich die Sorte nun durch ein unbegrenztes Wachstum und entsprechend längeres Erntefenster auszeichnet. Davon haben wir Ihnen bereits letztes Jahr berichtet.

Nun knüpfen Ulli und Scott Klein an die frühere Arbeit von Peter Lassnig und anderen GärtnerInnen an. Sie arbeiten auf ihrem CSA-Betrieb „KLEINeFarm“ im steirischen Sausal seit 2017 daran, 'Mango' an die hiesigen Standortbedingungen anzupassen. Vor allem die Pflanzengesundheit soll verbessert werden, damit die Sorte auch mit dem deutlich höheren Pilzdruck im Südosten Österreichs zurechtkommt.

 
 

Paradeiser ‘Purple Russian‘

Vermutlich stammt diese Paradeisersorte aus der Ukraine oder aus Russland. Es handelt sich um eine violettbraun gefärbte, pflaumenförmige Tomate mit ausgezeichnetem Geschmack. Obwohl die Form an eine Saucentomate erinnert, ist die Sorte aufgrund ihres saftigen und aromatischen Fruchtfleisches auch für den Frischverzehr bestens geeignet. Die an sich reichtragende Pflanze zeigt aber auch gewisse Schwächen: Einerseits ist sie relativ anfällig gegenüber Pilzkrankheiten und andererseits platzen die Früchte häufig auf, vor allem bei ungünstiger Witterung. Mit dem Ziel die Ertragssicherheit zu erhöhen, begann Thomas Scharler auf seinem Biobetrieb (STMK) vor einigen Jahren damit, die Sorte hinsichtlich der genannten Eigenschaften züchterisch zu bearbeiten.

Nachdem inzwischen die Pilzresistenz einer anderen Sorte erfolgreich eingekreuzt wurde, geht es in den kommenden Jahren vor allem darum, die Anfälligkeit für Fruchtrisse zu reduzieren. Auch wenn ein solches Züchtungsprogramm mehrere Jahre und viel Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, zeichnen sich bereits jetzt erste Verbesserungen ab. Mit etwas Ausdauer und Konsequenz wird es in absehbarer Zeit gelingen eine Sorte zu entwickeln, die den guten Geschmack, die ansprechende Fruchtform und die dekorative Farbe der Ausgangssorte mit einer guten Ertragssicherheit unter biologischen Anbaubedingungen vereint.

 
 

Paradeiser 'Grüne Rispe'

Dieser gelb-grüne Cocktailparadeiser mit dem eher säuerlichen, aber sehr fruchtigen Aroma verfügt leider über einen ungünstigen Wuchs: Sie wächst sehr stark verzweigend, buschig und die Pflanzen sind sehr häufig von Virosen befallen, wodurch sich die Blätter verdrehen, sehr hängend und insgesamt wenig vital sind. Nach einer Sichtung anderer grünfrüchtiger Cocktail-Paradeiser-Sorten stand jedoch fest: Die Fruchtqualitäten der Sorte 'Grüne Rispe' sind unschlagbar und jede Züchtungsarbeit wert. Im Jahr 2017 wurden mehrere Kreuzung der ‚Grünen Rispe‘ mit ausgewählten Cocktail-Paradeiser-Sorten, die über Virusresistenzen verfügen, einen sehr schönen unbegrenzten Wuchs und einen guten Fruchtansatz aufweisen, angelegt.

2018 konnten dann an drei Standorten jeweils 100 Pflanzen einer Kreuzung in der zweiten Generation angebaut werden. Besonders spannend war die Kreuzung ‚Grüne Rispe x Sakura‘. Die Gärtnerin Elisabeth Kargl-Leutner hatte auf ihrem Betrieb in Kamp (NÖ)100 Pflanzen als Nachkommen dieser Kreuzung stehen. Es war aufregend zu sehen, was in dieser ‚F2‘ an Formen- und Farbenvielfalt auftrat, aber auch welche lange Rispen und Gesundheit die Pflanzen aufwiesen. Insgesamt wurden sechs Pflanzen mit grünen, aromatischen Früchten markiert und die Samen beerntet.

In den kommenden Jahren werden wir diese Einzelpflanzen nachbauen und auf Geschmack, Fruchtansatz, Wüchsigkeit und Virusresistenz weiter selektieren. Bis es dann wieder eine einheitliche 'fertige' Sorte ist dauert es noch 4-6 Jahre.

 
 

Paradeiser 'Rotes Herz'

Die Sorte wurde bei einer ARCHE NOAH Sammelreise 1996  in Kroatien entdeckt und ist so von der Familie Cunko ins Arche Noah Samenarchiv gekommen. Ihr kroatischer Name ist 'Crveni Srcolik' was 'Rotes Herz' bedeutet. Die Sorte zeichnet durch ihre wunderschönen herzförmigen, großen, geschmacklich sehr feinen Früchte aus.

Die Bäuerinn Maria Pravec hat sie ins Herz geschlossen und baut diese Sorte mit viel Liebe und guter Pflege auf ihrem kleinen Betrieb im Waldviertel an. In den letzten vier Jahren wurde besonderer Wert auf die Selektion von Pflanzen/Frühten mit früher Reifenzeit, einem guten Fruchtansatz und Robustheit gelegt. So liegt nun Saatgut von vier herausselektierten Linien vor.

 

Tomate 'Mango'

An dieser Sorte arbeitet Peter Lassnig vom Gärtnerhof Ochsenherz schon seit einigen Jahren. Ursprünglich stammt das Saatgut aus den USA und geht auf die Sorte ‘Valencia‘ zurück. Sie zeichnet sich durch ihre ovale, satt gelb glänzende Fruchtfarbe, den milden Geschmack und die besonders sämige Konsistenz aus. Im Wuchs war die Sorte ursprünglich begrenzt wachsend und dadurch schon relativ zeitig mit der Ernte zu Ende.
Durch intensive Selektionsarbeit, indem besonders vielversprechende Einzelpflanzen dieser Sorten ausgewählt und nebeneinander abermals nachgebaut und bewertet wurden, konnte die Sorte verbessert werden. Die Pflanzen sind nun unbegrenzt wachsend und können bei guter Witterung durchaus bis in den Oktober hinein beerntet werden. Besonderen Wert wurde auf die Erhaltung der guten Fruchteigenschaften gelegt.

 
 
Feuerwerk

Tomate 'Feuerwerk Jaklhof'

Am biologisch bewirtschafteten Jaklhof hat man sich einem Paradeiser mit ganz besonderer Musterung verschrieben. ‘Feuerwerk‘ zeichnet sich durch einzigartige helle, teilweise verkorkte Flecken auf rotem Untergrund aus. Während die innere und äußere Fruchtqualität einem Feuerwerk ähnelt, lässt hingegen die Pflanzengesundheit der Sorte doch einiges zu wünschen über. Aufgrund dieser Anfälligkeit gegenüber verschiedenen Krankheiten, wird sie heute nur selten angebaut.
Mit dem Ziel die besondere ‘Feuerwerk‘-Fruchtqualität mit einer verbesserten Robustheit zusammenzuführen, wurden vor zwei Jahren am Jaklhof erste Kreuzungen durchgeführt. Seit damals hat sich diese Idee zu einem vielversprechenden Zuchtprojekt weiterentwickelt. Nur das Saatgut der gesündesten und geschmacklich besten Pflanzen wird beerntet und im nächsten Jahr wieder ausgesät. So kann über Jahre eine neue samenfeste Sorte entstehen, die die bewährte ‘Feuerwerk‘-Fruchtqualität mit einer für den biologischen Erwerbsanbau erforderlichen Ertragssicherheit kombiniert.

 
 

Tomate 'Aroma Cocktail'

Die Gärtnerin Monika Mühr bekam diese Zufallskreuzung von einem kleinen biologisch wirtschaftenden Züchterbetrieb in Deutschland weitergereicht. Das Besondere dieser Sorte ist ihre Form, eine kleine Spitze am Fruchtende und ihr süßer aber gleichzeitig säuerlicher Geschmack mit einer fruchtigen Aromanote. Darüber hinaus ist sie im Folientunnel sehr reichtragend, im Freiland bewährt sie sich in trockenen Jahren. Da es sich um eine Kreuzung zwischen zwei Sorten handelte, waren die Einzelpflanzen noch recht unterschiedlich in Fruchtform, Geschmack, aber auch in ihrer Wüchsigkeit und Erntemenge.
In den vergangenen zwei Jahren wurden die besten Pflanzen markiert und von ihnen das Saatgut geerntet. Wir haben den Geschmack, den Fruchtansatz, die Einheitlichkeit und die Pflanzengesundheit beurteilt. Insgesamt sind wir mit zwei herausselektierten Typen sehr zufrieden und wollen die Sorte so in guter Qualität in die nächsten Jahre führen.

 
 

Tomate ‘Herzparadeiser‘

Am Biobetrieb Fairleben haben Fleischparadeiser eine wichtige Bedeutung, denn sie sind von den Kund*innen gefragt und von der Betriebsleiterin Margit Mayr-Lamm geliebt. So kam auch die Sorte ‘Herzparadeiser‘ – eine Tomate des Typs Ochsenherz auf den Betrieb und ist bis heute aufgrund ihres Geschmacks und der feinen Konsistenz unangefochten. Im Anbau im Folientunnel wurde aber bald klar, dass die Sorte sich noch verbessern lässt, insbesondere was den Ernteverlauf, die Wüchsigkeit und Gesundheit betrifft.
In den vergangenen zwei Jahren wurden die schönsten Einzelpflanzen mit einer frühen Reifezeit, mit vielen früchtetragenden Rispen, die gesund und wüchsig waren markiert und einzeln beerntet. Die Pflanzen wurden wieder separat im Folgejahr angebaut und verglichen. In den nächsten Jahren soll die Sorte weiterhin gut gepflegt werden, um die über Selektion erreichten Verbesserungen stabil zu erhalten.

 
 
 
 
 

Kontakt

DI Dr. Helene Maierhofer
Sortenentwicklung und Nachhaltige Nutzung
T: +43 (0)699 12 17 77 05
helene.maierhofer@arche-noah.at