BALKAN BEETS

Unterstützung für südosteuropäische Organisationen im Bereich Saatgut und Obstbäume

Im Jahr 2018 startete das Projekt BALKAN BEETS mit dem Ziel, die Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt und die Produktion von Bio-Saat- und Pflanzgut in Süd-Osteuropa zu fördern. Das Projekt wird von lokalen Partnerorganisationen vor Ort umgesetzt, von Arche Noah in Zusammenarbeit mit Pro Specie Rara betreut und zu 100% von der Gen-Ethischen Stiftung finanziert. Für die Erhaltung und Entwicklung der Kulturpflanzenvielfalt gibt es kein Patentrezept, deshalb haben wir uns entschieden, vielfältige, auf den jeweiligen lokalen Kontext angepasste Lösungen zu fördern. In den Ländern Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Mazedonien und Rumänien werden Partnerorganisationen nachhaltige, sich wirtschaftlich selbst tragende Systeme aufbauen, die sie nach der Projektlaufzeit weiterführen können.

Einige der Partnerorganisationen werden hier in Folge vorgestellt!

Community Seed Bank in Bukarest

Adina Moise organisiert seit mehreren Jahren Saatguttauschveranstaltungen in allen Regionen Rumäniens. Viele tausende Säckchen Saatgut konnten bereits ihre/n BesitzerIn wechseln und sich neu verbreiten. Viele davon sind Lokalsorten, über viele Generationen in einer Familie weitergegeben. Um diese Vielfalt auch wirklich abzusichern, unterstützt BALKAN BEETS die Gründung von “Casa Semintelor” (deutsch: Haus der Samen), einer Community Seed Bank in Rumänien. Im November verbrachte Adina eine Woche im Arche Noah-Samenarchiv.  „Diese Erfahrungen werde ich für den Aufbau unserer Saatgutbank gut gebrauchen können“, meinte Adina erfreut. Die Sammlung wird voraussichtlich in Bukarest stationiert sein, wo Adina auch in mehreren Gemeinschaftsgärten aktiv ist.  

 
 

Saatgutproduktion Bosnien und Herzegowina

Im Rahmen von BALKAN BEETS bietet das Institut für Genetische Ressourcen (Institute for Genetic Resources) an der Universität Banja Luka Schulungen für Landwirte an, um die On-Farm-Vermehrung von Saatgutproben mit dem Ziel zu ermöglichen, diese auf den Markt zu bringen. Inhalte der Schulungen sind Sortenbeschreibung, Vermeidung von durch Saatgut übertragenen Krankheiten sowie Saatgut- und Setzlingsproduktion. Das Programm konzentriert sich auf Gemüse, vor allem Salat (Lactuca sativa L.), Pfeffer (Capsicum annuum L.) und Tomate (Solanum lycopersicum).

Daneben wird die Stiftung „Factory of Joy “ ein Saatgut produzierendes Unternehmen gründen. Factory of Joy betreibt bereits eine Saatgutbibliothek und wird in Zukunft daneben auch größere Mengen an Saatgut für GärtnerInnen und LandwirtInnen auf den Markt bringen.

 
Ljubcho Vasilev

FABIA Community Seed Bank Nordmazedonien

Nordmazedonien ist erst seit ein paar Monaten der neue offizielle Name des schönen kleinen Landes zwischen Griechenland, Albanien, dem Kosovo, Serbien und Bulgarien. Nordmazedonien ist am Balkan das Gemüseland schlechthin, Gemüse nimmt einen wichtigen Teil in der Landwirtschaft und der Küche ein. Ljupcho Vasilev baut hier mit Unterstützung des BALKAN BEETS Projektes und der Schweizer Botschaft in Nordmazedonien ein Netzwerk von Landwirten auf, die autochtone nordmazedonische Gemüsesorten erhalten. Einen Teil der Sorten vermehrt Ljupcho am elterlichem Betrieb in Bogdanci im Süden von Nordmazedonien selbst. Ljupcho war zuvor für die Firma Sativa Rheingau in der Schweiz tätig und konnte dort wichtige Erfahrungen in Züchtung und Saatgutproduktion sammeln. Diese Erfahrungen wird er jetzt nützen, um den Verlust genetischer Vielfalt in Nordmazedonien zu bekämpfen.

 
 
apgr

Vereinigung für pflanzengenetische Ressourcen Albaniens

Die führenden albanischen ExpertInnen für Kulturpflanzenvielfalt haben sich zur gemeinnützigen Vereinigung für pflanzengenetische Ressourcen Albaniens (APGR) zusammengeschlossen und werden im Rahmen von BALKAN BEETS in Zusammenarbeit mit LandwirtInnen, VerarbeiterInnen und Gastronomiebetrieben die Erhaltung und Verwendung von albanischen Landsorten vorantreiben. Der erste Schritt umfasst die Errichtung eines eigenen Lehr- und Vermehrungsgartens, in dem auch Saatgut gewonnen wird, dann folgen Einrichtungen zur Saatgutverarbeitung und schließlich werden neue Vermarktungswege in Zusammenarbeit mit lokalen MarktorganisatorInnen, Restaurants und GärtnerInnen erschlossen. Im Rahmen von Sammelreisen werden alte Sorten gesucht und ihre Geschichten rekonstruiert. Das Ziel von APGR ist es, das Bewusstsein von LandwirtInnen und InteressenvertreterInnen der Landwirtschaft, politischen EntscheidungsträgerInnen und der Gesellschaft im Allgemeinen die Bedeutung der Anerkennung, Erhaltung und Nutzung der autochthonen Pflanzensorten als wichtiges Element für eine nachhaltige Entwicklung zu vermitteln.

 
 
 

Kontakt

BA Emil Platzer
Bereichsleitung Nachhaltige Nutzung & Projektleitung BALKAN BEETS
T: +43 (0)2734 8626-228
emil.platzer@arche-noah.at

 

Kontakt

MA Magdalena Aigner
Projekte Nachhaltige Nutzung
T: +43 (0)2734 8626-203
magdalena.aigner@arche-noah.at