Projekt 6 für 100

Lokalsorten aus Österreich verschwinden

Einstmals gab es auch in Österreich eine Fülle von Lokalsorten von Gemüse und Obst. Züchtungsbetriebe in Wien, Niederösterreich und der Steiermark brachten eigene Sorten auf den Markt. Auf Bauernhöfen und in Gemüsegärten entstanden durch jahrelangen Nachbau regionstypische Sorten.

Alte Sorten fit halten

ExpertInnen aus Genbanken und Sortensammlungen weltweit sind überzeugt: Kulturpflanzen können nur dann in guter Qualität überleben, wenn sie „in situ“, also in ihrer natürlichen Umgebung angebaut, vermehrt und genutzt werden! Denn nur so können die Pflanzen sich stets erneuern, an die veränderten Umweltbedingungen anpassen und entsprechend heutiger Nutzungsvorstellungen weiter entwickelt werden.

 
 
 
Wiener Wachs

Fotogalerie

Lokalsorten - Eine Auswahl

Bilder ansehen

 
 

Im Garten gut aufgehoben

Daher: Raus aus den Archiven! Rund 100 Lokalsorten werden im Projekt „6 für 100“ an erfahrene GärtnerInnen und BäuerInnen übergeben. 6 PatInnen pro Sorte wollen wir finden - damit das wertvolle Kulturgut gut abgesichert ist. Eine Saatgut-Sicherheitsreserve lagert weiterhin im ARCHE NOAH Samenarchiv.

Rund um die alten österreichischen Sorten entstehen Teams aus GärtnerInnen und BäuerInnen, die sich in der Sortenerhaltung und der Vermehrung untereinander austauschen. Dabei werden sie natürlich vom ARCHE NOAH Samenarchiv nach besten Kräften unterstützt.

 
 

Verloren gegangene regionale Sorten...

 
 

Heute wird in Österreich kaum mehr Gemüsezüchtung betrieben. Die meisten Züchter haben aufgehört, das Saatgut wird großteils aus dem Ausland importiert. Die Lokalsorten wurden großteils aufgegeben - denn seit den 1950er Jahren galt der Anbau traditioneller Sorten als „rückständig“. Zum Beispiel die Kipflerbohnen, die hervorragende Fisolen liefern - eine südsteirische Spezialität. Oder die Walser Zwiebel, eine Lokalsorte aus Salzburg, die sich für den Anbau im Alpenraum eignet – die Erhaltung sollte demnach auch in diesen Regionen stattfinden, sonst verliert die „Walser Zwiebel“ ihre Robustheit. Das gilt auch für andere Landsorten aus dem alpinen Raum.
Das ARCHE NOAH Sortenarchiv beherbergt heute eine international bedeutende Sammlung an Gemüse, Obst und Feldfrüchten. Auf Lokalsorten, die für Österreich einst große Bedeutung hatten, wird besonderes Augenmerk gelegt. Die Erhaltung ihrer Qualität und Nutzbarkeit ist ein wichtiges Anliegen - ist es doch die Voraussetzung dafür, um Vielfalt wieder in die Breite zu bringen.

 
 
 
 
 
 

Kontakt

DI Bernd Kajtna
Geschäftsführung und Bereichsleitung Kulturpflanzen - Sammlungen
T: +43(0)2734 8626 10
bernd.kajtna@arche-noah.at