Spar

Wiederbelebung alter Lokalsorten

Seit 2012 ist Bio-Saatgut von seltenen Lokalsorten bei SPAR-, EUROSPAR- und INTERSPAR erhältlich. Mit dieser Kooperation setzen wir ein Projekt fort, durch welches 22 ausgewählte Lokalsorten, wie der „Leutschauer Schotenpfeffer“, flächendeckend verbreitet und so vor dem Verschwinden bewahrt werden sollen. Die unter „SPAR wie früher“ angebotenen Bio-Saaten stammen ausschließlich von österreichischen ARCHE NOAH Partnerbetrieben. Im Herbst 2013 wurden über "SPAR wie früher" auch vier Erdäpfelsorten (Sieglinde, Blaue Elise, Rote Emma, Rosa Tannenzapfen) angeboten.

Das Thema „Sorten-Vielfalt und Sorten-Raritäten“ wird auch von SPAR in den verschiedensten Medien kommuniziert. Unabhängig davon unterstützt SPAR mit einem jährlichen Beitrag die Kerntätigkeiten von ARCHE NOAH. Der Beitrag kommt Projekten des Vereins ARCHE NOAH im Bereich der Sortenerhaltung, Bildung und politischen Arbeit zu Gute.

Saatgut von Lokalsorten bei SPAR


Ziele des Projektes sind

  • ausgewählte Lokalsorten durch flächige Verbreitung aus dem Gefährdungszustand zu holen
  • mehr samenfeste, alte Sorten für Menschen mit Gärten breit verfügbar zu machen
  • ein Netzwerk von Bio-Betrieben aufzubauen, die die Sorten pflegen, das Saatgut bereitstellen und einen fairen Preis dafür erhalten

2012 war Bio-Saatgut von folgende Lokalsorten erhältlich: „Herrenkürbis", „Ochsenhorn"-Paprika und "Roter Augsburger", Gurke „Dekan", Paradeiser "Justens Gelbe" und "Naama", Pfefferoni "Leutschauer Schotenpfeffer", Salat "Roter Butterhäuptl" und "Grüner aus Maria Lankowitz" sowie die „Etsdorfer" Buschbohne - solange der Vorrat reicht.

 
 

Auswahl der Sorten

Gurke Dekan

Cucumis sativus  
Sortenarchiv Code GU025

 
 

Salat- und Einlegegurke. Bis 17cm lang. Hellgrüne Schale mit weißen Streifen, weißstachelig. Recht beständig gegen Mehltauerkrankungen. Stammt ursprünglich aus der Krim, Ukraine.

Vorkultur: ab April. Freilandkultur ab Mitte Mai (auch Direktsaat möglich). Achtung: wind- und kälteempfindliche Kultur. Standort: sonnig und mäßig feucht. Ernte ab Juni.

 
 
 

Paprika Leutschauer Schotenpfeffer

Capsicum annuum
Scharfer Paprika

 
 

Scharfer Paprika. Früchte sind zunächst grün, zur Reife rot
(10x3,5cm), konisch, stumpf zugespitzt. Für den Rohverzehr & zum Trocknen.
Sortengeschichte: Eine Paprikasorte aus Leutschau, Slowakei. Anbau schon im 19. Jahrhundert. Die Sorte wurde fast ausschließlich getrocknet verwendet.

 
 
 

Buschbohne Etsdorfer

Phaseolus vulgaris var. nanus 
Sortenarchiv Code BB350

 
 

Grüne, fadenlose Hülsen (19cm), dickfleischig, erst spät bastig werdend. Bohnen 15mm lang, elliptisch, ein- bis beidseitig gekappt, glänzend schwarz. Kann mehrmals beerntet werden. Sehr gutes Fisolenaroma.

Stammt ursprünglich aus Etsdorf bei Krems (NÖ). Mindestens seit den 1960er Jahren im Umlauf.
Direktsaat ab Anfang Mai., Ernte ab Juli

 
 
 

Salat Roter Butterhäuptel

Lactuca sativa var. capitata

 
 

Butterkopfsalat. Hellgrünes Blatt ist stark rot überlaufen,
mittel bis stark blasig. Kleine, mittelfeste Köpfe, Pflanzengröße variiert leicht. Durchschnittlich 28 cm Durchmesser. Ausgezeichneter Geschmack.
Sortengeschichte: Stammt aus einem Bauerngarten im Mostviertel.

 
 
 

Salattomate Naama

Lycopersicon esculentum  
Sortenarchiv Code TO053

 
 

Kleine, zylindrisch-ovale Salattomate. Rot, ca. 4-5cm, schmaler Stielansatz. Schale und Fleisch fest. Süße, aromatische Früchte. Eignet sich auch für Saucen. Guter Ertrag. Unbegrenzt wachsend.

Ursprung: Craiova, Rumänien. Der Name wurde im Zuge des Saatgutprojektes vergeben ("Naama" hieß die Frau Noahs) - da der vorige Name "Vitamina" bereits an eine zugelassene Sorten vergeben war.
Vorkultur: März-Mi.April. Pflanzung Mi. Mai." Ernte ab Juli.

 
 
 

Gemüsepaprika Ochsenhorn

Capsicum annuum

 
 

Langer, kegeliger Gemüsepaprika, etwas hornförmig gebogen (Capia Typ), 15x5 cm. Von grün auf rot umfärbend, glänzend. Mild. Eher dünnwandig.
Ursprung: Wird seit 1975 in der Steiermark vermehrt.
Als "Capia"Typen werden Sorten mit länglichen, spitzkegeligen Früchten bezeichnet. Unreif: dunkelgrün. Reif: dunkelrot. Ursprünglich für die Einlegegemüseproduktion („rote Paprikastreifen“) eingeführt. Heute auch am Frischmarkt erhältlich.
Vorkultur ab März (!warm, mind. 25°C). Freiland ab Mitte Mai (bei kühlen Nächten Vliesabdeckung empfohlen). Ernte ab Juli.

 
 
 

Salat Grüner aus Maria Lankowitz

Lactuca sativa var. capitata 
Sortenarchiv-Code SA198

 
 

Mittelgrüner Krachsalat mit grob blasigem Blatt. Kopfbildend, Festigkeit mittel. Am Blattrand mit rötlichem Anflug. Pflanzendurchmesser mittel bis groß.

Ursprünglich aus Voitsberg, Steiermark. Früher auf der "Huabn auf da Alm" auf 900 m angebaut.
Als Feingemüse ist der Salat ein essentieller Bestandteil im Gemüsebau – bis heute. Im Bauerngarten hatte er seinen festen Platz in Hausnähe, wo er sorgsam gepflegt und täglich frisch geerntet werden konnte. Die gängigsten Sorten waren grüne Butterkopfsalate, auch als „Häup(t)elsalat“ bezeichnet. Vom zeitigen Frühjahr bis in den Spätsommer kamen im gestaffelten Anbau jeweils der Saison und den Kulturbedingungen angepasste Sorten zum Einsatz.
Vorkultur Anfang Februar bis Ende März und Mitte Juli bis Ende August. Pflanzung 4 Wochen nach der Aussaat. Ernte nach 40 Tagen, Mitte Mai oder im September / Oktober.

 
 
 

Winterkürbis Herrenkürbis Bauer

Cucurbita maxima  
Sortenarchiv Code KU088

 
 

Grauschalig (grau-grün). Konische, stumpf zulaufende Form. Ca. 30cm Durchmesser. Rankend. Fleisch gelborange. Schale hart. Roh fest, fruchtig, fein aromatisch. Gedünstet mehlig, nussiger Geschmack, sehr aromatisch. Gut für Kürbisgulasch.

Ursprung: Burgenland. Beim Herrenkürbis scheint es sich um keine einheitliche Sorte gehandelt zu haben. Die Bezeichnung umfasst vielmehr ein breiteres Spektrum an Typen, die in Ungarn und am Balkan als Back- und Bratkürbis geschätzt werden (z.B. „Blauer Ungarischer“/“Bleu d’Hongrie“). Der Name „Herrenkürbis“ soll sich von den speziellen kulinarischen Qualitäten dieser Kürbisse herleiten, die sie für die „feinere“ Küche bestimmten. Wie beim Spargelkürbis, so ist auch vom Herrenkürbis derzeit kein langjährig vermehrter Fund aus Österreich bekannt.
Vorkultur ab Ende April, Pflanzung Mitte - Ende Mai. Ernte im Oktober.

 
 
 

Salatparadeiser Justens Gelbe

Lycopersicon esculentum

 
 

Gelbe hochwüchsige Stabtomate (bis 2,3 m),
locker belaubt. Die runden, gelben Früchte (5-6 cm) sind süß mit feiner Fruchtsäure und sehr saftig.
Sortengeschichte: Historische Sorte aus Deutschland.

 
 
 

Gemüsepaprika Roter Augsburger

Capsicum annuum

 
 

Zur Sorte: Der Rote Augsburger ist ein milder, extrem frühreifender, ertragreicher Freilandpaprika. Die 10cm langen Früchte sind zunächst gelb und reifen rot ab. Die Form ist kegelförmig, spitz.Er ist sowohl für den Rohgenuss und Salate geeignet, wie auch zum Braten oder in Eintöpfen.

Vorkultur ab März (!warm, mind. 25°C). Freiland ab Mitte Mai (bei kühlen Nächten Vliesabdeckung empfohlen). Ernte ab Juli.

 
 
 
 

Kontakt

DI Bernd Kajtna
Geschäftsführung stv. und Bereichsleitung Kulturpflanzen - Sammlungen
T: +43(0)2734 8626 10
bernd.kajtna@arche-noah.at