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Politik - Aktuelles

Was haben Sortenraritäten mit Politik zu tun?

Sehr viel: Denn an Verhandlungstischen und in Parlamenten wird entschieden, was auf Acker, Beet & Markt passieren darf. Daher setzt sich die ARCHE NOAH aktiv für bessere Gesetze ein. 

Anti-Lachspatent Logo

Europäisches Patentamt erteilt Patent auf Lachse

5. Juni 2019: Grundlage des Patents ist ein spezielles Futtermittel, das die Konzentration von Omega-3-Fettsäuren in den Fischen erhöhen soll. Patentiert wurden allerdings nicht nur das Futter, sondern auch die Haltung der Lachse, die Tiere selbst sowie das aus ihnen gewonnene Fischöl. Dasselbe Patent konnte 2016 durch breiten Protest der Zivilgesellschaft gestoppt werden. Im Oktober 2018 wurde es vom Europäischen Patentamt nun doch erteilt (EP1965658).

Das Bündnis Keine Patente auf Saatgut! – dem auch ARCHE NOAH angehört– befürchtet, dass über den damit eingeschlagenen Umweg der Futtermittelentwicklung bald auch andere Tiere wie Hühner, Kühe und Schweine patentiert werden könnten. So könnten Patente von großen Konzernen genutzt werden, um die Kontrolle über die Produktion von Lebensmitteln zu übernehmen.

Nach Ansicht von Keine Patente auf Saatgut! verstößt das Patent gegen das Verbot der Patentierung von Pflanzen und Tieren aus konventioneller Züchtung. Keine Patente auf Saatgut! plant daher einen Einspruch gegen das Patent einzulegen. Nur wenn möglichst viele Menschen diesen Einspruch unterstützen, ist es möglich den notwendigen gesellschaftlichen Druck auf das Europäische Patentamt aufzubauen.

Arche Noah und Keine Patente auf Saatgut! fordern die Politik auf sich endlich ihrer Verantwortung zu stellen und gesetzlich dafür zu sorgen, dass Patente auf herkömmlich gezüchtete Pflanzen und Tiere gestoppt werden!

Unterstützen Sie JETZT den Einspruch von Keine Patente auf Saatgut! gegen das Lachspatent!

 
 
(c) Kim Aigner

ARCHE NOAH kritisiert verpasste Chance für Aufhebung des Uhudler-Verbotes

2. April 2019: Der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments hat gestern Abend die Pläne der Europäischen Kommission, das Uhudler-Verbot aufzuheben, abgelehnt. Die Abgeordneten verwässerten einen Kommissionsvorschlag, der allen EU-Mitgliedsstaaten erlaubt hätte, Direktträger-Rebsorten, zu denen auch der Uhudler gehört, im europäischen Weinbau zuzulassen. Stattdessen dürfen nach dem Entscheid der Abgeordneten lediglich bereits existierende historische Weingärten wieder mit diesen Direktträgern nachbepflanzt werden.

„Wir bedauern, dass die Mitglieder des EU-Agrarausschusses gegen mehr Vielfalt im Weinbau gestimmt haben, denn genau diese Vielfalt wäre eine Voraussetzung, um den Pestizideinsatz im europäischen Weinbau zu reduzieren. Die Nutzung von resistenten Kreuzungen aus 'nicht-europäischen' Weinsorten würde Bäuerinnen und Bauern Geld sparen, Konsumentinnen und Konsumenten freuen, und die Anpassung an die Klimakrise erleichtern“, sagt Gonçalo Macedo, Koordinator für Landwirtschaftspolitik bei Arche Noah. „Für Österreich bedeutet der heute beschlossene Kompromiss zwar eine Absicherung der wenigen im Burgenland und der Steiermark noch existierenden historischen Anbauflächen, aber keine Möglichkeit, die großen Potentiale dieser Sorten für ökologischeren Weinbau oder auch als Sympathieträger für den Tourismus zu nutzen“, so Macedo.

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Saatgut-WS Wolkersdorf 2019

Internationaler Rechts-Workshop in Wolkersdorf

25. März 2019: Arche Noah hat heuer zum 7. Mal einen internationalen Workshop zu für Saatgut-Initiativen wichtigen rechtlichen Änderungen organisiert. Dafür haben sich von 22.-24. März rund 40 TeilnehmerInnen aus 16 Ländern im niederösterreichischen Wolkersdorf getroffen.

Die inhaltlichen Schwerpunkte waren die EU-Bio-Verordnung und das Thema Pflanzengesundheit. Durch die neue EU-Bio-Verordnung, die 2021 in Kraft tritt, kann Saatgut mit einer größeren Diversität im Bio-Sektor legal vermarktet und genützt werden. Die genauen Regeln dafür werden in den nächsten Monaten auf europäischer Ebene ausgearbeitet werden. Beim Workshop wurde diskutiert wie diese im Sinne von mehr Kulturpflanzen-Vielfalt gestaltet werden sollten und wie sich die TeilnehmerInnen gemeinsam auf politischer und behördlicher Ebene dafür einsetzen werden. Ebenso wurde debattiert wie Saatgut-Initiativen die potentiellen neuen Spielräume in der Praxis am besten nützen können. Beim Thema Pflanzengesundheit haben sich die Teilnehmenden zu den Herausforderungen durch die neuen EU-weiten Regeln zum Schutz vor Pflanzenschädlingen, die im Dezember dieses Jahres in Kraft treten wird, ausgetauscht.

Die Veranstaltung hat auch erfolgreich zur Vernetzung von verschiedenen Menschen und Organisationen, die zu den Themen Saatgut und Agrobiodiversität aktiv sind, beigetragen –  SaatgutaktivistInnen, Bäuerinnen und Bauern, Menschen aus der Bio-Bewegung, ZüchterInnen und VertreterInnen von NGOs haben gemeinsam Strategien erarbeitet.

 
 

Großer Erfolg: Tomaten-Patent zurückgezogen

31.1.2019: Nach einem Masseneinspruch hat der Konzern Syngenta sein europäisches Patent auf Tomaten zurückgezogen. Syngenta beanspruchte Saatgut, Pflanzen und Früchte als Erfindung, die aus Kreuzungen mit Tomaten aus Peru und Chile stammen und deswegen einen erhöhten Vitamingehalt haben sollen. Am Einspruch hatten sich 2016 etwa 65.000 BürgerInnen aus 59 Ländern sowie 32 Organisationen beteiligt.
Das ist ein wichtiger Erfolg. Die Öffentlichkeit nimmt es nicht länger hin, dass sich Konzerne wie Bayer, BASF und Syngenta die Kontrolle über unsere Lebensmittel aneignen! Jetzt muss die europäische Politik aktiv werden, damit in Zukunft nicht wieder neue Patente erteilt werden.

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