Politik - Aktuelles

Was haben Sortenraritäten mit Politik zu tun?

Sehr viel: Denn an Verhandlungstischen und in Parlamenten wird entschieden, was auf Acker, Beet & Markt passieren darf. Daher setzt sich die ARCHE NOAH aktiv für bessere Gesetze ein. Wir möchten, dass die Saatgutpolitik Artenvielfalt, gesunde Ernährung und die Rechte von kleinen Betrieben sicherstellt.

Jetzt Bewerben: Praktikum Team Saatgutpolitik

29.11.2016: Im Zeitraum Jänner bis März 2017 und Februar bis April 2017 gibt es die Möglichkeit, je ein Praktikum/Arbeitstraining im Team Saatgutpolitik der ARCHE NOAH in Wien zu machen. Du möchtest dich für die Sortenvielfalt einsetzen und Einblick in die Arbeit einer NGO gewinnen? Dann bewirb dich jetzt! Bewerbungsfrist ist der 14. Dezember. Wir freuen uns auf deine Bewerbung.

Hier gehts zur Ausschreibung

 
 
Bier

Kein Patent auf Bier!

17. 11. 2016: Das Europäische Patentamt (EPA) hat 2016 drei Patente an die dänische Firma Carlsberg vergeben, die sich auf Gerste aus konventioneller Züchtung und ihre Verwendung durch Brauereien sowie das so produzierte Bier erstrecken. In einem gemeinsamen Brief fordern nun mehrere Nichtregierungsorganisationen, dass Carlsberg die Patente zurückzieht. Sie werfen dem Unternehmen vor, das Patentrecht zu missbrauchen und entgegen den Interessen der VerbraucherInnen zu handeln. Zur Pressemitteilung

 
 
Nyéléni Europe Forum 2016

Nyéléni Forum in Rumänien: Ein gutes Leben für alle

16. 11. 2016: Im Rahmen des zweiten europäischen Nyéléni-Forums im rumänischen Cluj-Napoca trafen sich Ende Oktober mehr als 500 Menschen aus mehr als 40 Ländern. Sie alle vereint eine Sache: Das Ziel, die Ausbreitung der industriellen Lebensproduktion mit ihren zerstörerischen Auswirkungen zu beenden und der bäuerlichen Landwirtschaft eine gerechte und nachhaltige Zukunft zu schaffen.

Mit diesem zweiten europaweiten Forum machte die Bewegung für Ernährungssouveränität einen großen Schritt vorwärts und brachte VertreterInnen unterschiedlichster Gruppen wie Bauern und Bäuerinnen, Landarbeiterinnen, Gewerkschafter, Forschende, Fischer, Hirtinnen, Indigene, Verbraucher und Menschenrechts-Aktivistinnen zusammen. Zum Bericht

Zur Website von Nyélény Europe

 
 
European Union  2013 – Source EP

EU-Kommission: Pflanzen und Tiere aus konventioneller Züchtung nicht patentierbar

3. 11. 2016: In einer lang erwarteten Stellungnahme erklärt die EU-Kommission, dass sie Pflanzen und Tiere aus „im Wesentlichen biologischen Verfahren“ zur Züchtung für nicht patentierbar hält. Diese Aussage steht in starkem Gegensatz zu der bisherigen Praxis des Europäischen Patentamts (EPA), das bereits über 100 Patente erteilt hat, welche die konventionelle Züchtung betreffen, darunter sogar Patente auf Tomaten und Brokkoli.

Die internationale Koalition „Keine Patente auf Saatgut!“ fordert seit Jahren, dass diese Patente gestoppt werden, und hat zusammen mit Hunderttausenden UnterstützerInnen Petitionen und Einsprüche eingereicht. Mehr Informationen

 
 
Nyeleny 2016  Banner

Zweites Nyéléni Europa-Forum für Ernährungssouveränität in Rumänien

26. 10. 2016: Von 26. bis 30. Oktober findet im Rumänischen Cluj das zweite europäische Nyéléni-Forum statt. Im Rahmen dieses bisher größten europäischen Treffens für Ernährungssouveränität kommen mehr als 500 Menschen aus über 40 Ländern zusammen und diskutieren Möglichkeiten, wie die aktuell weitgehend von Konzernen kontrollierte Lebensmittelproduktion wieder mehr an den Bedürfnissen der Gesellschaft ausgerichtet werden kann. So unterschiedliche TeilnehmerInnen wie Bauern und Bäuerinnen, FischerInnen, HirtInnen, GärtnerInnen, WissenschaftlerInnen und AktivistInnen suchen dabei nach neuen, umweltfreundlichen und sozial nachhaltigen Wegen für Produktion, Konsum und Verteilung von Nahrungsmitteln. Mehr Informationen

 
 
Termin: Saatgut – in wessen HAnd?

Diskussion: Saatgut – in wessen Hand?

26. 10. 2016: Anlässlich des diesjährigen „Right to Food and Nutrition Watch“ zum Thema „Keeping Seeds in Peoples Hands“, veranstalten FIAN Österreich und Brot für die Welt ein Kamingespräch mit VertreterInnen von ARCHE NOAH, ÖBV-Via Campesina Austria, Brot für die Welt und FIAN Österreich. Mehr Informationen

Termin: 8. November 2016, 17:30–19:30 Uhr
Ort: Galerie Werkstatt Nuu Wilhelm Exnergasse 15/2, 1090 Wien

 
 
Monsanto Tribunal

Monsanto vor Gericht

19.10.2016: Von 14. bis 16. Oktober fand in Den Haag das Monsanto Tribunal und die People's Assembly statt. Das Monsanto Tribunal ist eine internationale zivilgesellschaftliche Initiative, um Monsanto für Menschenrechtsverletzungen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Ökozid zur Verantwortung zu ziehen. Die Verhandlung, welche von echten Richtern und Anwälten geführt wurde, war begleitet von zahlreichen Workshops und Diskussionen in der Peoples's Assembly. Mehr Infos

 
 
Stop Corporate Impunity

Petition: Menschenrechte statt Profite: Wir fordern Regeln für Konzerne!

14. 10. 2016: Die Aktivitäten transnationaler Konzerne haben häufig Umweltschäden oder Menschenrechtsverletzungen zur Folge: Ob durch zunehmende Machtkonzentration und Industrialisierung in der Landwirtschaft, Ausbeutung von Rohstoffen oder unverantwortliche Arbeitsbedingungen.

In einer aktuellen Petition von FIAN kann man nun seine Stimme dagegen erheben. ARCHE NOAH unterstützt diese und sagt: "Menschenrechte statt Profite: Wir fordern Regeln für Konzerne!"

Auch die globale Kampagne "Dismantle Corporate Power and Stop Impunity" tritt gegen ökologisch, wirtschaftlich und sozial schädliche Praktiken von transnationalen Konzernen auf und setzt Initiativen um dagegen vorzugehen. Hier kann man sich darüber informieren und an der internationalen Mobilisierung teilnehmen.

 
 

Machtkonzentration auf dem Saatgutmarkt bedroht das Recht auf Nahrung von Milliarden Menschen

13. 10. 2016: Die Vereinbarung zur Zusammenschluss zwischen Bayer und Monsanto markiert den jüngsten Höhepunkt einer gefährlichen Entwicklung: der zunehmenden Konzentration auf dem Saatgutmarkt. Schon jetzt kontrollieren nur sechs Firmen (Monsanto, Syngenta, Bayer, DuPont, Dow und BASF) bereits 75 Prozent des globalen Agrarchemiemarktes und über 60 Prozent des Saatgutmarktes. In Zukunft drohen sogar noch weitere Zusammenschlüsse und damit Preissteigerungen, welche besonders die Ernährungssicherheit in den ärmsten Weltregionen, aber auch die Lebensmittelvielfalt hierzulande, gefährden.

Der Right to Food and Nutrition Watch ist ein zivilgesellschaftliches Instrument, das die Politik überwacht und Ungerechtigkeit im Ernährungssystem benennt. Dessen diesjähriger Bericht ist am 13. Oktober erschienen und widmet sich insbesondere dem Thema "Keeping Seeds in Peoples’ Hands". Er analysiert, wie sich die zunehmende Kontrolle von Konzernen über Saatgut und andere natürliche Ressourcen auf unsere Ernährung auswirkt und ist hier zum Download verfügbar.

 
 
Was ist neu in Österreich?

Die entgeltliche Abgabe von Saatgut von nicht-registrierten Sorten war in Österreich bisher gelebte Praxis, die alte Textfassung in der österreichischen Saatgutverordnung war diesbezüglich aber nicht eindeutig. Jetzt erfolgte die Klarstellung: Die entgeltliche Abgabe von Saatgut von pflanzengenetischen Ressourcen ist möglich, und es gelten die gleichen Einschränkungen wie für den Saatguttausch.

-Der Landwirt oder Saatgutanwender, der das Saatgut überlässt, darf sich nicht mit Saatguthandel befassen

-Registrierte Sorten sind ausgenommen. Man darf auf diesem Weg nur nicht-zugelassene Sorten bzw. "pflanzengenetische Ressourcen" sowie Erhaltungs- und BB-Sorten überlassen

-Es gelten Mengenbeschränkungen (laut Anlage der Verordnung)

Der neue Wortlaut:

§ 4 [...]

(3) Das Überlassen von Saatgut nicht nach den in § 1 Abs. 2 Z 1 bis Z 13 angeführten Rechtsvorschriften zugelassener Sorten und Ökotypen oder Herkünfte zum Schutz pflanzengenetischer Ressourcen durch Landwirte oder Saatgutanwender im Sinne von § 2 Abs. 3 Z 5 SaatG 1997, sei es entgeltlich, unentgeltlich oder gegen Naturalien, ist zulässig, wenn

1.

die Landwirte oder Saatgutanwender sich nicht mit dem Saatguthandel befassen und

2.

die Sorte des betreffenden Saatgutes nicht in der österreichischen Sortenliste, den gemeinschaftlichen Sortenkatalogen oder der OECD-Liste für den internationalen Saatgutverkehr – ausgenommen solche, die unter die in § 1 Abs. 2 Z 14 oder 15 angeführten Rechtsvorschriften fallen – zur Eintragung angemeldet oder eingetragen ist oder diese Sorte vor mehr als fünf Jahren aus einer dieser Listen gelöscht wurde und

3.

die in der Anlage Spalte 4 genannten Mengen an Saatgut nicht überschritten werden.

Diese Klarstellung holt die Beförderer der Vielfalt aus einem gefühlten rechtlichen Graubereich. Das freut uns.

Hier geht's zur österreichischen Saatgutverordnung im RIS

 
 
 

Videos zum Thema Saatgutrecht

 
Neues Video

Die EU-Saatgutpolitik nützt den Konzernen

 
 
Widerständige Saat

Aktionstage der Kampagne für Saatgut-Souveränität

 
 
 
Zukunft säen ...

… Vielfalt ernten! Saatgut bleibt Gemeingut