Politik - Aktuelles

Was haben Sortenraritäten mit Politik zu tun?

Sehr viel: Denn an Verhandlungstischen und in Parlamenten wird entschieden, was auf Acker, Beet und Markt passieren darf. Daher setzt sich die ARCHE NOAH aktiv für bessere Gesetze ein.

genome editing

Aufruf: Neue Gentechnik darf nicht dereguliert werden!

14.4.2021: Zusammen mit GLOBAL 2000 und weiteren österreichischen Organisationen appelliert ARCHE NOAH in einem Brief an die Regierung, sich auf EU-Ebene stark zu machen, damit die Neue Gentechnik auch zukünftig reguliert bleibt. Denn derzeit lobbyiert die Gentechnik-Industrie massiv für eine Deregulierung der Neuen Gentechnik, damit neue Verfahren (z.B. die „Genschere CRISPR/Cas“) nicht mehr als Gentechnik definiert werden müssen! Nur eine klare Regulierung stellt sicher, dass das Saatgut auf unseren Feldern und damit auch das Gemüse auf unseren Teller gentechnikfrei bleibt.

Ende April veröffentlicht die EU Kommission eine Studie zur Neuen Gentechnik, deren Ergebnisse die Weichen stellen werden für den weiteren Umgang mit Lebens- und Futtermitteln sowie Saatgut, die mit Verfahren der Neuen Gentechnik hergestellt wurden.

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NPOS Melone

Großer Erfolg: Patent auf Melonenpflanzen abgelehnt

18.3.2021: ARCHE NOAH und das europäische Bündnis No Patents on Seeds! feiern heute einen wichtigen Etappensieg im Kampf gegen die Patentierung von Pflanzen. Denn heute hat die Europäische Patentorganisation (EPO) ein Patent auf Melonenpflanzen des Saatgutkonzerns Monsanto widerrufen. Seit Jahren kämpft No Patents on Seeds! gegen dieses Patent und hat 2016 sogar Klage dagegen eingereicht. Monsanto ist danach in Berufung gegangen und hat sich nun endgültig eine Abfuhr geholt.

Eine wilde indische Melone weist eine natürliche Resistenz gegen das Virus „Cucurbit yellow stunting disorder“ auf. Das betroffene Gen ist in einer staatlichen Genbank registriert. Ohne die Zustimmung der indischen Behörden hat Monsanto diese Eigenschaft in kultivierte Zuckermelonen eingekreuzt und sie danach als „Erfindung“ beansprucht. Durch die Autorisierung des Patents hätte Monsanto nicht nur die natürlichen Schätze dieses Staates geplündert (Bio-Piraterie!), sondern ebenfalls die Vielfalt von Pflanzen stark gefährdet. Der Saatgutkonzern hätte nämlich durch das Patent die Kontrolle über sämtliche Pflanzen mit dieser Eigenschaft bekommen.

Obwohl Patente auf konventionell gezüchtete Pflanzen und Tiere im europäischen Patentrecht grundsätzlich nicht erlaubt sind, wurden bereits 200 Patente erteilt. Der Kampf gegen Patente auf Pflanzen, die mit konventionellen Verfahren wie Kreuzung und Selektion gezüchtet wurden, geht also weiter!

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NPOS schreiendes Gemüse

Neuer Bericht über Patente auf konventionelle Pflanzen und Tiere

11. März 2021: Das europäische Bündnis No Patents on Seeds! – dem auch ARCHE NOAH selbst angehört – hat heute seine aktuellen Recherchen zu Anmeldungen von Patenten aus dem Jahr 2020 veröffentlicht. Der neue Bericht „Patente auf unsere Nahrungspflanzen stoppen!“ entlarvt jene Strategien der Industrie, um die bestehenden Verbote des Patentrechts zu umgehen. Kritisch durchleuchtet werden im Bericht Patentanträge, die im Jahr 2020 bei der Weltorganisation für geistiges Eigentum eingereicht wurden. Dabei zeigt sich, dass alleine im vergangenen Jahr 80 neue Patente auf Pflanzen aus der konventionellen Züchtung beantragt wurden – obwohl Patente auf Pflanzen, die ohne gentechnische Methoden gezüchtet wurden, im europäischen Patentrecht grundsätzlich nicht erlaubt sind. Die Konzerne beanspruchen Monopolrechte auf die Grundlage unserer Lebensmittel, unter anderem auf Gurken, Tomaten, Brokkoli, Weizen, Sojabohnen und Melonen.

Das politische Problem sind die bestehenden rechtlichen Schlupflöcher, die von der Saatgut-Industrie genutzt werden, um ihre Patente zu erwirken. Die aktuelle Petition von No Patents on Seeds! möchte diese Löcher endlich schließen und fordert von den Mitgliedsstaaten der Europäischen Patentorganisation ein klares Verbot von Patenten auf Pflanzen aus konventioneller Züchtung. Denn nur so kann verhindert werden, dass in Zukunft eine Handvoll Großkonzerne darüber entscheidet, was wir auf unseren Feldern anbauen und was auf unseren Tellern landet. Patente auf Saatgut stellen eines der größten Risiken für die globale Nahrungssicherheit und die regionale Ernährungssouveränität dar.

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(Foto: Falk Heller/Argum, Skulpturen: Freia Hellenkamp)

 
 
Petitionsübergabe mit Köstinger: Vielfalt säen, Gesundheit ernten

Petition „Vielfalt schützen, Gesundheit ernten“: Übergabe an Bundesministerin Elisabeth Köstinger

02. März 2021: Gestern hat ARCHE NOAH Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger 25.000 Unterschriften übergeben – dies symbolisch in Form von 25.000 Körnern Besenhirse-Saatgut. Für die UnterstützerInnen unserer Petition steht fest, dass die Landwirtschaft entscheidend ist, um die verbleibende Kulturpflanzenvielfalt für die Zukunft zu sichern. ARCHE NOAH Geschäftsführer Bernd Kajtna und das Saatgutpolitik-Team haben sich daher nach der Übergabe mit Elisabeth Köstinger über Wege ausgetauscht, um die Vielfalt auf dem Feld für zukünftige Generationen sicher zu stellen.

Konkret müssen die Maßnahmen im österreichischen Agrarumweltprogramm sicherstellen, dass sie die kulturpflanzliche Vielfalt fördern. So sollten ErhalterInnen von Streuobstwiesen finanziell unterstützt werden, damit die für die Vielfalt so kostbaren Obstbäume erhalten bleiben. Ebenso muss die Maßnahme für die Bio-Landwirtschaft so ausgestaltet werden, dass damit die Leistungen der biologischen BäuerInnen für die Vielfalt fair entlohnt werden. Darüber hinaus ist im Regierungsprogramm bereits ein vielversprechendes Züchtungsprogramm für biologische und samenfeste Sorten verankert, dessen Umsetzung jedoch noch aussteht. Letztlich ist die Bundesministerin in der aktuellen EU-Saatgutrechtreform gefordert, um die Saatgutvielfalt langfristig zu sichern. In der jetzigen Reglementierung wird der Handel und Tausch von nicht-industriellen Sorten sehr erschwert (Arche Noah macht sich mit anderen europäischen Partnerorganisationen stark dies zu ändern).

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Petitionsübergabe mit Gewessler: Vielfalt säen, Gesundheit ernten

25.000 Stimmen für die ARCHE NOAH Petition „Vielfalt schützen, Gesundheit ernten“ – Danke an alle Unterstützerinnen und Unterstützer!

11. Februar 2021: ARCHE NOAH hat heute Umweltministerin Leonore Gewessler 25.000 Unterschriften der Petition „Vielfalt schützen, Gesundheit ernten“ übergeben. Jede einzelne Stimme unserer Unterstützerinnen und Unterstützer unterstreicht, dass die Vielfalt von Kulturpflanzen die Grundlage unserer Gesundheit und somit unseres Lebens darstellt. Derzeit sind unsere Kulturpflanzen jedoch akut gefährdet und genauso von der Biodiversitätskrise betroffen wie Tiere und Wildpflanzen. So sind bereits 75 Prozent der landwirtschaftlichen Vielfalt verloren gegangen – um diesen Verlust zu symbolisieren hat ARCHE NOAH der Umweltministerin ein nur mehr zu 25 Prozent gefülltes Glas mit Bregenzer Bohnen übergeben.

Wir brauchen die Vielfalt dringend: Eine vielfältige Ernährung ist notwendig für ein starkes Immunsystem, auf den Feldern brauchen wir Vielfalt für ein gesundes Ökosystem, und pflanzliche Vielfalt ist ebenso die Basis für neue Medikamente. Daher fordern wir gemeinsam mit den Unterstützerinnen und Unterstützern unserer Petition, dass die Kulturpflanzen- und Saatgutvielfalt in der Biodiversitätsstrategie 2030 verankert und ein konkreter Aktionsplan mit ausreichend Budget verabschiedet wird. Unser gemeinsames Ziel ist somit unsere Gesundheit zu schützen und das Risiko von weiteren Pandemien zu verringern. Dies geht jedoch nur mit einer sofortigen Strategie zur Rettung der Vielfalt, die wir von der Bundesregierung fordern! 

Für das Thema Kulturpflanzenvielfalt sind sowohl Umwelt- als auch Landwirtschaftsministerium zuständig. Daher wird ARCHE NOAH am 15. Februar die Petition auch an Bundesministerin Elisabeth Köstinger übergeben. In ihr Ressort fallen die Forderungen nach einer vielfaltsfördernden Agrarpolitik und Saatgutrecht. 

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Petition von NO PATENTS ON SEEDS! fordert Stopp für Patente auf Pflanzen und Tiere

5. Februar 2021: Die Mitgliedsorganisationen von No Patents on Seeds! fordern in ihrer laufenden Petition, dass das Europäische Patentamt (EPA) rasch Maßnahmen ergreift, um die Interessen der Allgemeinheit zu schützen und die Saatgut-Monopole zu stoppen. Die Petition ruft das EPA dazu auf ein Moratorium für Patente auf Pflanzen und Tiere zu erlassenObwohl das EPA ein Verbot der Patentierung von konventionell gezüchteten Pflanzen und Tieren beschlossen hat, werden immer noch Patente auf zufällige Mutationszüchtungen erteilt. Dadurch sind bereits einige hundert konventionell gezüchtete Sorten in Europa von Patenten betroffen. 

Als Mitgliedsorganisation von No Patents on Seeds! unterstützt ARCHE NOAH diese Petition und ist damit eine von rund 40 Organisationen. 

Ihre Stimme zählt – unterschreiben Sie JETZT die Petition, um die Patentierung von konventionell gezüchteten Pflanzen und Tieren zu stoppen.

Hier geht’s zur Petition von No Patents on Seeds!

(Foto: Falk Heller/Argum, Skulpturen: Freia Hellenkamp)

 
 
Saatgutpolitik-Worskhop 2021

Saatgut in Bewegung

11. Februar 2021: Ende Jänner haben wir einen 2tägigen online Workshop über die geplante Reform des EU-Saatgutrechts organisiert. Gekommen sind fast 40 Menschen aus 17 europäischen Ländern, von Griechenland über Estland bis Luxemburg, von ErhalterInnen bis Bäuerinnen und Züchter zu Saatgut-ProduzentInnen. Schwerpunkte des Workshops waren Weiterbildung zum EU-Saatgutrecht, Erfahrungsaustausch von verschiedenen Organisationen und Ländern und die Arbeit an einer gemeinsamen Vision: Was wünschen wir uns für die Zukunft?

Das zweitägige Treffen war ein wichtiger Schritt, um die konkreten Probleme verschiedener Akteure zu sammeln und zu verstehen. Was uns wichtig ist: Ein neues Saatgutrecht muss auch einer Vielfalt an kleinen ZüchterInnen und Genbanken, Erhaltungsnetzwerken und Kleinbauern und –bäuerinnen gerecht werden, nicht nur industrieller Landwirtschaft und Saatgut-Konzernen.